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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 05.03.2021 um 13:25 Uhr

Zu: „Immobilienpreise steigen trotz Corona-Krise“, vom 24. Februar und zu: ,„Bazooka‘ für mehr Wohnraum geford

Staatliche Förderung sollte nicht Zuzug in die Großstädte unterstützen

Es fällt schwer zu glauben, dass Wohnraum, bundesweit betrachtet, objektiv knapp ist, da ja die Bevölkerungszahl nicht wesentlich wächst. Von Knappheit insbesondere bezahlbaren Wohnraums ist dann am Ende auch nur in den Großstädten und Ballungsräumen die Rede.

Im übrigen Lande gibt es offenbar genug davon. Indes: Sollte es wirklich das Ziel staatlicher Förderung in Milliardenhöhe sein, den Zuzug in die Großstädte noch zu unterstützen? Ist dies zukunftsorientiertes Handeln im Zeichen der zunehmenden Digitalisierung, die oftmals das Arbeiten von überall aus ermöglicht? Stichwort „Homeoffice“? Es müssen vielmehr Anreize auch an die Wirtschaft gegeben werden, sich dezentraler aufzustellen. Dann kommen auch die Beschäftigten eher aufs Land nach. Die öffentliche Hand hat da eine Vorreiterrolle.

Ein gutes Beispiel: Ein Teil des niedersächsischen Landesamtes für Besoldung und Versorgung hat seinen Sitz nicht etwa in Hannover, sondern im ostfriesischen Aurich. Staatliche Förderung kann in Grenzen sinnvoll sein, aber es ist sehr viel Feinjustierung gefragt, damit nicht, mit Verschwendung von unserem Steuergeld, noch die Landflucht unterstützt wird. Die Leidtragenden sind wir Bewohnerinnen von Dörfern, Klein- und Mittelstädten.