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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 14.01.2021 um 22:12 Uhr

Zu: „Werden die Schulferien um Wochen verlängert?“, und: „,Kein Ende des Lockdowns in Sicht‘“, vom 4. Januar

So viel Schule wie möglich anbieten – egal, wie

Potzblitz – durch die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zu den Feiertagen konnte es dazu kommen, dass die Inzidenzzahlen nicht nach unten gehen – unglaublich. Die Planung des Schulstarts ab 11. Januar hat das Kultusministerium ausschließlich unter der Annahme geplant, dass die Inzidenz im grünen Bereich ist. Das ist mindestens mal grob naiv.

Die Planungen sahen vor: nur so viel Präsenz wie nötig, aber so viel Beschulung wie möglich. Und dass hier das Ganze gegebenenfalls noch mit Unsicherheiten behaftet ist, ist auch keine Überraschung. Das wusste man auch vor einem Monat ...

Wer kommt nun bitte auf die Idee, die Ferien zu verlängern? Und warum? Ganz einfach: Die Lehrer haben schon seit den Herbstferien die Schulnoten für die Kinder in petto. Somit ist es taktisch einfach, sich zumindest bis zum Halbjahreswechsel zu retten. Ich wollte es bisher nicht wahrhaben, dass genau das eintritt – es ist aber leider die naheliegendste Lösung. Dass es aber nicht darum geht, den Kindern irgendwelche Noten auszuwürfeln, sondern Schulstoff zu vermitteln, geht dem einen oder anderen mittlerweile ab. Wie wäre es mit folgendem logischen Ansatz:


1. Die Schulen holen doch noch mal den Digitalisierungsansatz aus der Schublade. Das könnte ja langfristig Potenzial haben und kann man ja nach dem Ende der Ferien weiterdenken. Zumindest bis zu den Osterferien. Vielleicht klappt es ja nicht gleich mit dem Onlineunterricht. Bisher von allen ignorierte Anbieter wie „Quizlet“ oder „simpleclub“ können aber ad hoc unterstützen.
2. Das Kultusministerium orientiert sich inhaltlich an den notwendigen Lerninhalten statt an bloßen Noten und versucht, so viel Schule anzubieten wie möglich, egal wie. Ferien als Option helfen hier nicht weiter.
3. Diesem Ansatz dürfen dann gerne auch die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und die Lehrerschaft folgen. Bedeutet: Auch hier orientieren sich die Beteiligten an den Lehrplänen und versuchen, so viel zu vermitteln, wie es geht. Das ist unter Umständen auch mal aufwendig – na und?

Seit Anfang Dezember sind im Gymnasium meiner Tochter weite Teile des Unterrichts ausgefallen, man hat lustige Filme geschaut und in der Homeschooling-Phase – bis auf eine idealistische Französischlehrerin – konsequent keine Aufgaben und Lerninhalte weitergegeben. Hier kann sich kein Lehrer hinter dem Kultusministerium verstecken. Dass sich die GEW und Frau Tepe eine Woche länger Ferien wünschen, halte ich mal mindestens für eine Frechheit. Hier wäre mein Wunsch, den vorgegebenen Rahmen so gut wie möglich auszunutzen, statt immer wieder neue Gründe zu finden, warum etwas nicht geht. Und das Kultusministerium sollte sich fragen, was denn bitte noch zu regeln ist. Wir haben eine umfassende Corona-Verordnung neben dem Rahmenhygieneplan in Abhängigkeit von Inzidenzzahlen. Allen Beteiligten täte es auch mal gut, diesen Rahmen auszunutzen, anstatt permanent am Regelwerk rumzuschrauben.