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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 27.08.2020 um 21:55 Uhr

Corona-Mythen

Skurrile Selbstbehandlungen

Zu: „Neben der Pandemie gibt es auch eine ,Infodemie‘“, vom 13. August
Warum soll es mit absichtlich verbreiteten Falschinfos während der Coronapandemie anders laufen als sonst? Es gab auf allen Gebieten schon immer derartige Fakes, die von einer gewissen Klientel begierig aufgenommen wurden.

Das wird sich auch nie ändern und hängt wohl mit der eigenen, engstirnigen Sicht der Dinge zusammen, die so eingeschränkt ist, dass wahre Infos nicht mehr durchdringen. Da es ausreichend Informationsmöglichkeiten gibt, glaube ich, dass eine bestimmte Art von Menschen sich immer für die absurdesten entscheidet, damit ihre seltsame Sicht der Dinge untermauert wird. In politischer Hinsicht führt das zum zunehmenden Abdriften in die rechte Ecke – zu meinem Entsetzen nahezu weltweit. Das kann schlimm für alle werden.

Im Coronafall dagegen schaden die Leute, die den irrwitzigsten Ratschlägen folgen, nur sich selbst. Da sie ihre Entscheidung für eine Selbstbehandlung mit oftmals tödlichen Folgen aber bewusst getroffen haben, hält sich mein Mitleid mit den deshalb Verstorbenen in sehr engen Grenzen. Fake hin oder her – von zwei der gegen Corona genannten abstrusen Maßnahmen bin ich voll überzeugt, nämlich vom Konsum von Kuhdung und -urin in Indien und den „Genuss“ von Kamelurin mit Limone in Saudi-Arabien. In beiden Fällen stinken die Leute nach dem Verzehr derart aus dem Hals, dass andere freiwillig den Abstand zueinander auf mindestens zehn Meter vergrößern.

Vielleicht ist das auch die Lösung für leichtsinnige Besucher der Massenpartys: Vor dem ersten Alkoholschluck muss jeder Teilnehmer ein großes Glas mit Kuh- und Kamelexkrementen trinken. Um den Ansteckungsschutz zu perfektionieren, müssten die uneinsichtigen Feierwütigen auch noch Burkas tragen – Frauen und Männer.