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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 29.08.2019 um 21:00 Uhr

Mangelnde Deutschkenntnisse von Schülern

Sinnvoller Vorschlag für Integration

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Politiker einen äußerst guten und sinnvollen Vorschlag unterbreitet, der die Integration von Kindern in unserer Gesellschaft erleichtern könnte. Umso haarsträubender finde ich die Kritik seiner politischen Gegner und seiner sogenannten „Parteifreunde“! So behauptet zum Beispiel Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrick Tonne (SPD), dass Herr Linnemann Kinder ausgrenzen möchte.

Zu: „CDU-Politiker löst heftigen Schul-Streit aus“, vom 7. August

Da frage ich mich wirklich, ist Herr Tonne der deutschen Sprache nicht mächtig, oder hat er seinen Kommentar ohne vorherige Überlegung abgegeben? Der Vorschlag von Herrn Linnemann zielt nämlich genau auf das Gegenteil. Nur wer über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt, kann in der Grundschule mithalten, wird von den Mitschülern akzeptiert und nicht als „blöd“ ausgegrenzt. Um noch einmal Herrn Tonne zu zitieren, dass „Kinder im Grundschulalter die Sprache irre schnell erlernen würden“, stellt sich mir die Frage, was an dem Vorschlag von Herrn Linnemann falsch sein soll, wenn er als Lösung einen Deutschunterricht im Vorschulalter befürwortet und, falls erforderlich, auch eine spätere Einschulung für angebracht hält? Übrigens: Auch deutsche Kinder werden mitunter sinnvoller Weise ein Jahr später eingeschult als gesetzlich geregelt. Diese ohnehin überflüssige Debatte wird leider auch durch den ebenfalls am 7. August 2019 von der Dewezet veröffentlichten Beitrag „Kein Deutsch, keine Schule?“ unnötig angeheizt. Die Redakteure Buchsteiner und Iden verfälschen die Aussage von Herrn Linnemann tatsächlich so unverfroren in ,,Kinder, die nur wenig Deutsch können, gehören nicht in die Grundschule“ und toppen das auch noch mit der Frage: „Wohin sollen sie denn dann?“ Hierzu meine ganz klare Antwort: natürlich zur Grundschule. Aber erst, wenn diese Kinder über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, damit sie überhaupt dem Unterricht folgen können, und nicht durch die für sie überdurchschnittliche Aufmerksamkeit der Lehrkräfte das gesamte Klassenniveau schwächen. Und genau das – und nur das, hat Herr Linnemann vorgeschlagen. Leider wird das im Artikel der Redakteure Buchsteiner und Iden so weit in den Hintergrund geschoben, dass nur noch die reißerische Schlagzeile im Gedächtnis vieler Leser erhalten bleibt. All die „ Lamentierenden“ sollten sich einmal vor Augen führen, welche Folgen es hat, wenn in der Grundschule nicht ausreichend Deutsch sprechende Kinder den Unterricht so weit blockieren, dass es den Lehrkräften nicht mehr möglich ist, das vorgegebene Jahrespensum zu vermitteln. Das Ergebnis wäre schockierend: das gesamte Klassenniveau würde sinken, alle Schüler dieser Klasse hätten folglich schlechtere Möglichkeiten, an höhere Schulen zu wechseln und damit auch ihre beruflichen Aussichten zu verbessern. Viele Eltern würden sich dem bereits vorhandenen Trend anschließen und ihre Kinder zukünftig auf Privatschulen schicken, wodurch wir ein 2- oder sogar 3-Klassen-System aufbauen würden und die so wichtige Integration unserer neuen und zukünftigen Mitbürger würde völlig auf der Strecke bleiben. Herr Linnemann, Sie haben den Mut gehabt, auf ein Riesenproblem hinzuweisen, aber gleichzeitig auch sehr nachvollziehbare Lösungsvorschläge unterbreitet. Davor ziehe ich meinen Hut. Für Ihre zahlreichen Kritiker würde ich mir wünschen, dass diese zunächst einmal ihren Vorschlag genau lesen, dann das Gehirn einschalten und erst danach glauben, einen Kommentar abgeben zu müssen. Letzteres sollten allerdings auch viele „große“ Politiker beherzigen.