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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 22.10.2021 um 22:18 Uhr

Randsportart kontra Tierart

Zu: „Keine Nische für Kröte im Ithkopfpark? “, vom 9. Oktober

Diesmal soll die Natur mal nicht einer Autofabrik, einer Erdgasbohrung oder einer sonstigen Betonierung weichen, sondern der Volksbelustigung „Mountainbiking und Bogenschießen“. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche: Eine Grünfläche wird zu großen Teilen der Natur weggenommen.

Hierbei nimmt man sogar die Ausrottung einer sehr seltenen Krötenart an dieser Stelle in Kauf. Die Argumente sind sattsam bekannt und hängen mir persönlich inzwischen zum Hals heraus: Ist doch nur eine kleine Fläche und es bleibt ja noch Grün übrigr, und die Kreuzkröte wird schon irgendwie überleben oder soll halt umziehen. Bullshit! Mit dieser Begründung wurde in den letzten Jahrzehnten ein Großteil Deutschlands planiert und Tausende Tier- und Pflanzen-Arten ausgerottet! Immer schön scheibchenweise, aber im Ergebnis verheerend. Und das wissen auch alle. In Sonntagsreden wird das Artensterben beklagt, Politiker und Politikerinnen fordern, es zu beenden. Doch wenn es heißt „lokal handeln, statt nur global schwadronieren“, dann schlägt sich alles in die Büsche und man macht für Randsportarten einiger Menschen mal wieder vorsätzlich eine Tierart platt.

Die Menschheit ist einfach zu blöd und sägt sich weiter den Ast ab, auf dem sie sitzt! Für die Kinder und EnkelInnen bleiben nur Fotos und Geschichten aus einem Paradies, das wir leider ruiniert haben, bevor sie die Chance hatten, es zu bewahren.

Ein 15-jähriges (inzwischen 18-jähriges) Mädchen aus Schweden ist schlauer als die ganzen beschlipsten Anzugträger, und das macht die so wütend, dass sie allüberall aufjaulen und um sich schlagen.

Aber sie sind enttarnt. Jeder kann sehen, wohin sie uns gebracht haben: an den Abgrund. Und wir machen weiter beherzte Schritte voran!