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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 08.12.2020 um 10:49 Uhr

Hameln soltel sich Problem stellen

Radverkehr muss dringend gefördert werden

Zu: „CDU verteidigt Kürzungen beim Radverkehr“, vom 25. November
Frau Albrecht bezeichnet es stellvertretend für die CDU als „Populismus“, wenn sich eine Partei für Förderung des Radverkehrs, also direkten Klimaschutz, einsetzt.

Ich möchte in diesem Leserbrief nicht das Verhalten der Grünen in Hameln verteidigen, sondern das der CDU kritisieren. Es ist unverschämt, folgendes Argument anzuführen: Die Projekte für den Radverkehr würden unter anderem schon „aus personellen Gründen nicht in der vorgesehenen Zeit bearbeitet werden können“, daher sei eine Kürzung vertretbar. Wenn man aber nun die nötigen Mitarbeiter*innen eingestellt hätte, würde das Gegenargument wahrscheinlich lauten: Das Geld für den Radverkehr ist schon für andere Zwecke verplant. Frau Albrecht und Herr Schimanski sprechen auch die Herausforderungen der Corona-Krise an, deren Bekämpfung viele finanzielle Ressourcen erfordert. Ohne Frage, ich verstehe die enorme Wichtigkeit der finanziellen Corona-Soforthilfen und finde sie wichtig. Doch nicht nur die Corona-Krise erfordert drastische Maßnahmen. Die Erderwärmung und der Klimawandel bedrohen unsere Lebensgrundlage existenziell. Unser Verhalten in den kommenden Jahren, in denen Herr Schimanski die Förderung des Radverkehrs kürzen will, ist definitiv entscheidend, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu minimieren. Um die nötige Verkehrswende, die Klimaneutralität bis 2035 und die Energiewende wird man nicht herumkommen, wenn wir uns, wie angeblich die CDU, „dem Wohl der gesamten Stadt“ verpflichten. Der Radverkehr ist dabei ein Weg zur Klimafreundlichkeit und muss dringend gefördert werden. Längst fällige Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht gegen andere Probleme, von denen Hameln auch betroffen ist, ausgespielt werden. Dabei ist es auch Frau Albrecht, die die „Interessengruppen“ gegeneinander ausspielt, indem sie den Grünen und anderen „Populismus“ vorwirft. Der Definition nach bedeutet das: „Verhalten, dass das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen.“ Meiner Meinung nach ist es umgekehrt, denn Frau Albrecht lenkt mit Scheinargumenten von der Dringlichkeit der Unterstützung des Radverkehrs ab, um vielleicht die zu gewinnen, die sich vor unbequemer Umstellung drücken wollen, die die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens erfordert. Das „Wohl der Stadt“ ist nur zu erreichen, wenn sich Hameln den Problemen stellt und in allen Bereichen zukunftsorientiert weiterentwickelt.