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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 03.03.2021 um 12:42 Uhr

Zu: „Wo bleiben die Briefe?“, vom 20. Februar

Postsprecher-Statement ist absolut unzureichend

Ich wohne selbst in der Gemeinde Salzhemmendorf und habe vollstes Verständnis dafür, dass es in den letzten Wochen witterungsbedingt zu Verzögerungen in der Postzustellung gekommen ist, die Straßen waren einige Tage wirklich nicht befahrbar.

Auch möchte ich vorab das Engagement und den Einsatz der hiesigen Zustellerinnen und Zusteller erwähnen, die jeden Tag gegen Paketmassen ankämpfen und dennoch freundlich ihre Arbeit erledigen! Was für viele Jüngere hinnehmbar scheint, ist für Ältere – gerade zu Coronazeiten – eine erhebliche Beeinträchtigung.

Im schlimmsten Fall werden Impftermine versäumt, doch darüber hinaus werden auch Rezepte und Überweisungen mit der Post verschickt, Seniorinnen und Senioren warten auf ihre abonnierten Zeitungen, Rechnungen, die fristgerecht überwiesen werden müssen oder Briefe ihrer Lieben, die sie in diesen Zeiten nur wenig sehen können.

Die Verantwortung hier von sich zu weisen, wie es der Pressesprecher der Deutschen Post tut, ist in meinen Augen eine Unverschämtheit, versäumt das Unternehmen doch seine Zustellungspflicht und die Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden.

In der Theorie mag es so sein, dass Briefe und Pakete gleichzeitig zugestellt und ohne Priorität behandelt werden, in der (ländlichen) Praxis gestaltet es sich jedoch anders. Auch die Formulierung, dass ausreichend Personal vorhanden sei, muss eine Enttäuschung für alle Zustellerinnen und Zusteller sein, die sich jeden Tag aufs Neue abhetzen, um alle Pakete und möglichst viele Briefsendungen zustellen zu können.

Die Stellungnahme des Pressesprechers ist absolut unzureichend und beinhaltet in keinster Weise das, was der Untertitel des Artikels suggeriert: Es werden keine Gründe für die Zustellprobleme genannt, sondern Ausreden gefunden!