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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 16.04.2021 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 29.04.2021 um 11:22 Uhr

Leserbrief

Pompöser Firlefanz

Zu: „Papst mahnt Hilfe für die Ärmsten an“, vom 6. April

Als ich diesen Beitrag unter dem Foto der mit prunkvollen Kleidern gewandeten alten Männer vor ebenso prunkvollen Hintergrund las, konnte ich mir ein sehr bitteres Lächeln nicht verkneifen.

Ausgerechnet die Kirche, die in der Vergangenheit an der Ausbeutung der armen Länder in nicht geringem Umfang beteiligt war, geriert sich Weihrauch schwenkend als Mahnerin für Gerechtigkeit. Für mich ist das so, als ob ein mehrfacher Milliardär publikumswirksam mehr Geld für die Armen fordert, aber nicht bereit ist, sich von einem Teil seines Vermögens zu trennen.

Die an sich verständliche Forderung des Papstes hat für mich den Hauch von Scheinheiligkeit, wenn man bedenkt, dass diese Kirche weiterhin in Prunk und Luxus schwelgt. Der Skandalbischof von Limburg, Tebartz-van Elst, ist dafür ein übles Beispiel. Ärgerlich dabei: Diese und andere Geldverschwendungen werden auch durch die sehr hohen jährlichen Staatszuschüsse aus Steuermitteln unterstützt, für die auch die Steuerzahler aufkommen müssen, die keiner Kirche angehören. Neben vielen anderen sehr teuren Ausgaben für Protz und Pomp zur Eigendarstellung stellt sich zum Beispiel auch die Frage nach den Kosten der vielen prunkvollen Gewänder für die Vertreter der höheren Hierarchie der Kirche. Wenn sagenhaft viel Geld für nach meiner Meinung überflüssige eigene Bedürfnisse vorhanden ist, klingt die Forderung nach externer finanzieller Hilfe für die Ärmsten für mich wie Hohn. Jesus, auf dem die christliche Kirche hauptsächlich beruht, hatte sich zu seiner Zeit erheblich anders um die Bedürftigen gekümmert – weil er ohne pompösen Firlefanz schlicht durch sich selbst wirkte.