weather-image
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 09.08.2019 um 20:50 Uhr

Rückhaltlose Aufklärung

Parteiliche Neutralität muss garantiert sein

Zu den schrecklichen Missbrauchsfällen in Lügde werden seit Monaten intensive Bestrebungen seitens der SPD-Gremien- und Mandatsträger unternommen, um mögliche Amtsträgerverfehlungen im Jugendamt Hameln-Pyrmont mit dem Parteibuch zu kaschieren. Der CDU-seitig geforderte Einsatz eines parteineutralen Ermittlers wäre eine Chance gewesen, die rückhaltlose Aufklärung der Vorfälle ohne Ansehen der Person transparent und glaubwürdig darzustellen.

Zu: „Zoff um die Lügde-Ermittlerin“, vom 20. Juli

Durch die Einsetzung einer Fachfrau aus dem Bereich der Jugendhilfe, die aktiv für die SPD tätig ist, entsteht aber auch für die Öffentlichkeit der Eindruck, dass die SPD-Prüferin der verlängerte Arm der SPD-Ministerin in Hannover und des SPD-Landrates ist. Man stellt sich nun die Frage: Warum tut sich die SPD dieses Glaubwürdigkeitsproblem an? Gibt es Schlimmeres zu verbergen? Es ist doch auffallend, dass von der kommunalen bis zur ministeriellen Ebene ins gleiche Horn gestoßen wird. Laut medialer Berichterstattung soll der zu bearbeitende Prüfungsbericht zunächst den Ministerien und dem Landrat vorgelegt werden. Soll hier etwa eine Zensur erfolgen, bevor die Öffentlichkeit informiert wird? Das würde meinem Rechtsempfinden wider-sprechen. Solange in der Aufarbeitung keine parteiliche Neutralität garantiert ist, kann das zu erwartende Ergebnis für mögliche Konsequenzen keineswegs überzeugen. Im Interesse der betroffenen Kinder muss parteineutral aufgeklärt werden, um Missbrauchsfälle für die Zukunft zu verhindern.