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Ohne Empathie und Muße

Zu: „Eklat um Nationalhymne“, vom 3. April und „Wildes Asphaltieren“, vom 4. April

veröffentlicht am 16.04.2014 um 06:00 Uhr

Ihre Artikel zur Kreistagssitzung und zum Münsterkirchhof machen auf einen politischen Typus aufmerksam, der sich selbst als Macher versteht, sobald aber sein Wille als Handeln in die Wirklichkeit tritt, nur Bedürftiges zeitigt. Was dem einen an stadtgeschichtlicher Empathie abgeht, fehlt dem anderen gänzlich an Erinnerung an den im Bundesgesetzblatt Nr. 63 vom 29. November 1991 veröffentlichten Briefwechsel zwischen dem damaligen Bundespräsidenten und dem damaligen Bundeskanzler zur Nationalhymne des vereinigten Deutschlands. Während der Erstere nun schlagend beweist, dass dem Rathaus eine externe Beratung durch Roland Berger dringend notwendig ist, bedarf der letztere einer gewissen Muße, um darüber nachzudenken, was unmittelbar und was nur mittelbar zur Identität der Bundesrepublik gehört. Die Rede vom „modernen Staatsverständnis“ ist zunächst inhaltlich leer. Es ist zu hoffen, dass Sie als Lokalzeitung die in der Kreistagssitzung eingeforderten Antworten des Landrats aus dem Protokoll veröffentlichen werden. (Die im Kommentar von Herrn Weiß angebotene Lesart, alles sei nur Wahlkampf, ist zwar griffig, weil sie banal ist, ist aber dennoch geschichtsvergessen.)

Heinz-Günter Berle, Hessisch Oldendorf



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