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NS-Keule statt Sachlichkeit

Statt den Vorschlag vom Kreistagsabgeordneten Mönkeberg in aller gebotenen Sachlichkeit zu prüfen und zu diskutieren, wird reflexartig wieder die NS-Keule geschwungen und von „Nazi-Gedenkstätte“ schwadroniert. Dass das Insolvenz-Relikt der Erlebniswelt Steinzeichen zufälligerweise die Bezeichnung „Jahrtausendblick“ besetzt, bedeutet nicht, dass dieser Begriff automatisch bei einer Nachnutzung der Aussichtsplattform Verwendung finden muss.

veröffentlicht am 18.09.2019 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.09.2019 um 12:50 Uhr

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Zu: „Jahrtausendblick nach Emmerthal“, vom 6. September

Man könnte das Objekt – sofern die Kosten der Standortverlagerung vertretbar sind – ja auch umtaufen; zum Beispiel mit dem Namen eines Sponsors versehen („Weser-Gold“). Aber nein – Herr Thimm legt den „Jahrtausendblick“ auf das sprachliche NS-Rüttelsieb, um eine willkürliche Verknüpfung zu konstruieren.

Herr Thimm sollte sich fragen, wo die Motivation der Besucher des Porta-Denkmals liegt? Bestimmt nicht, weil diese den Kaiser Wilhelm wiederhaben wollen! Warum interessieren sich mit steigender Besucherzahl in- und ausländische Touristen für die Gedenkstätte „Berghof“ in Berchtesgaden und das Kehlsteinhaus?

Ich habe aktuell weder eine Kompanie von Alt-Nazis noch braune Glatzen angetroffen. Das dortige Dokumentationszentrum ist keine „Nazi-Gedenkstätte“, sondern dient der historischen Aufarbeitung. Nichts anderes war auch die Intention von Herrn Gelderblom mit dem ehemaligen „Reichserntedankfest“ am Bückeberg. Aber unter den genannten Vorurteilen bleibt jeder Versuch einer historisch wertvollen Aufarbeitung der Nazi-Diktatur im Ansatz stecken. Herr Thimm, Ihnen fehlt nicht nur der „Jahrtausendblick“, sondern auch die Weitsicht für ein solches Anliegen.



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