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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 06.08.2020 um 21:58 Uhr

Mehr erneuerbare Energie

Neue Speichertechnologie nutzen

Die Energiewende braucht vor allem mehr erneuerbare Energie. Die Freunde der Kernkraft propagieren diese gerne als klimafreundliche Alternative zur Unterstützung der Energiewende.

Zu: „Klimawandel: Wissenschaftler setzen auf AKW“, vom 29. Juli


Sicherheitsrisiken und Kosten werden dabei meist ausgeblendet, genauso wie die Frage, wo der strahlende Abfall aus diesen Kraftwerken denn gelagert werden soll.

Die Energiewende braucht aber vor allem viel mehr erneuerbare Energie aus Wind und Sonne. Darüber herrscht in Wissenschaft und Wirtschaft große Einigkeit. Und in den wenigen Stunden im Jahr, wo weder Wind weht noch Sonne scheint, braucht es einen flexiblen ergänzenden Kraftwerkspark zur Sicherstellung von Versorgungssicherheit, der komplett heruntergefahren wird, wenn die Erneuerbaren die Versorgung wieder übernehmen können. Kernkraft ist dazu, genau wie Braunkohle, nicht in der Lage, Gaskraftwerke sind es schon. Auch die im Artikel angesprochene Speicherfrage ist geklärt: Die Power-to-Gas-Technologie ermöglicht es, erneuerbaren Strom als grünes Gas oder Wasserstoff zu speichern und später – zum Beispiel in den schon genannten Gaskraftwerken – wieder in Strom zu verwandeln. Die großtechnische Erprobung solcher Systeme findet statt, und mit der nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung kürzlich konkrete Ziele zur Umsetzung solcher Speichersysteme benannt. Die Freunde der Kernkraft haben recht damit, dass die Energiewende zu langsam voranschreitet. Für eine Lösung dieses Problems brauchen wir aber keine Laufzeitverlängerung alter Kernkraftwerke, die schlecht zum erneuerbaren Energiesystem passen, sondern einen konsequenteren Ausbau von erneuerbaren Energie- und Speichertechnologien.