weather-image
34°
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 14.05.2021 um 14:03 Uhr
aktualisiert am 14.05.2021 um 14:40 Uhr

Muss erst was Schlimmes passieren?

Zu: „“, vom 30. April

Wie respektlos kann man sein? Einer 71-Jährigen vorzuschlagen, nicht bis in die Nacht zu arbeiten, wenn sie nach Feierabend Angst hat, allein mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren! Sie arbeitet bestimmt nicht noch, weil sie sich zu Hause zu Tode langweilt. Wie fürsorglich dagegen ist es von ihrem Ehemann, sie nachts mit dem Fahrrad abzuholen, damit sie sich sicherer fühlt? Muss erst was Schlimmes passieren? Sei es ein Überfall oder sie stürzt und liegt hilflos in der Nacht irgendwo zwischen Hameln und Klein Berkel, damit auch Fürsorge als Ausnahmeregelung bei Ausgangsbeschränkungen gilt.

Sicher ist es richtig, Menschen zu kontrollieren, die sich während der Ausgangsbeschränkung in der Öffentlichkeit aufhalten. Hätte man aber in diesem Fall die Eheleute nach Klärung des Sachverhalts nicht einfach „durchwinken“ und vom Recht Gebrauch machen können: „Ich darf ahnden, muss aber nicht.“

Es gibt sicher auch die Möglichkeit, dem Mann eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, damit er weiterhin seine Frau nachts nach Hause begleiten kann und sie damit von unangemessenen Ratschlägen gedankenloser Polizisten verschont bleiben.

Die zuständige Behörde sollte sich schnellstmöglich Gedanken darüber machen. Denn dass man sich als Frau nachts allein auf der Straße unwohl fühlt, kann ich mehr als nachvollziehen, zumal es in Hameln nicht so sicher ist, wie uns Frau Heineking-Kutschera glauben machen möchte. Das zeigt der Überfall auf eine 82-jährige Seniorin am 18. März dieses Jahres in Hameln um die Mittagszeit. Und ob sich Verbrecher an eine Ausgangsbeschränkung halten, bezweifele ich ebenfalls.