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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 28.05.2021 um 23:33 Uhr

Müllgebühren werden keineswegs steigen

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hat deutlich hervorgehoben: Es ist Aufgabe der staatlichen Organe, künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt durch konsequenten Klimaschutz zu erhalten. Ganz in diesem Sinne handeln die Politiker des Kreistages Hameln-Pyrmont, wenn sie prüfen lassen, wie aus den jährlich anfallenden 35 000 Tonnen Grünschnitt die begehrte Schwarzerde nach Art einer Terra Preta hergestellt werden kann. Diese Erde ist zum einen sehr fruchtbar, und zum anderen wird durch den in der Pflanzenkohle gebundenen Kohlenstoff der CO2-Gehalt der Atmosphäre entsprechend reduziert, und zwar für Tausende von Jahren. Dieses Pflanzenkohlesubstrat fördert den Humusaufbau und kann dadurch die landwirtschaftlichen Erträge steigern – ohne den Einsatz von chemischen Mitteln, die zu dem heutigen Verlust an Biodiversität und den nitratbelasteten „roten Äckern“ geführt haben. Die chemisch bearbeiteten Felder, die heute klimaschädliche Treibhausgase emittieren, können sich so in CO2-Senken verwandeln. Somit kann dieses Projekt einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz und zur Biodiversitätserhöhung in Niedersachsen leisten. Die Machbarkeitsstudie und die vom Förderverein Terra Preta betriebenen Feldversuche sollen darlegen, inwieweit sich im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge eine breite landwirtschaftliche Nutzung dieses humusbildenden Wertstoffes aus Grünschnitt-Abfällen realisieren lässt. Übrigens: die Müllgebühren werden durch den Aufbau einer Anlage zur Herstellung von Terra Preta keineswegs steigen. Die entfallenden Entsorgungskosten des heutigen Grünschnitts und die Gewinne aus dem neuen Wertstoff Terra Preta machen eine solche Anlage schon bald rentabel, sodass die Müllgebühren langfristig eher sinken können.