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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 28.05.2020 um 23:30 Uhr

Zu viel Krach

Motorradlärm belastet die Anwohner

Zu: „Beliebte Motorrad-Strecke im Blick“ vom 12. Mai
„Motorradlärm ist Umweltschmutz“. „Da stimmt doch etwas nicht!“ Das war unser erster Gedanke beim Lesen des Artikels „Beliebte Motorradstrecken…“.

Mit welcher Logik legen die Städte und Gemeinden – auch im Weserbergland – per Satzung fest, dass werktags zwischen 13 und 15 Uhr jedes aushäusige Lärmen wie Rasenmähen und Holzhacken verboten ist… und erst recht an Sonn- und Feiertagen, wenn gleichzeitig der infernalische Lärm von Motorrädern, die nicht selten in Zehntelsekunden-Folge angeschossen kommen, offensichtlich stillschweigend geduldet wird. Die Androhung, dass derjenige eine Geldbuße bis zu 50 000 Euro zu zahlen hat, der die Mittags- oder Feiertagsruhe stört, ist unseres Wissens noch nie realisiert worden oder gilt offensichtlich für Biker gar nicht, die gerade dann ihr lärmendes Freizeitvergnügen ausüben.

Jedenfalls beobachten wir in Deitlevsen auf den Straßen zur Ottensteiner Hochebene seit Jahren, dass das Motorradfahren im Hinblick auf die Anwohner immer rücksichtsloser und menschenfeindlicher wird: Ortsschilder sind für die allermeisten Biker im Vorbeifliegen mit bis zu 80-90 km/h nicht mehr wahrnehmbar, weil sie – oftmals im Pulk fahrend – sich voll auf die Straße konzentrieren müssen. Pistenähnliche Straßenabschnitte dienen der Beschleunigung bis zum Anschlag, die einem startenden Bundeswehr-Tornado um nichts nachsteht. Wer kann in diesem Rausch der Sinne und des Unsinns noch an die Bewohner rechts und links der Straße oder gar an deren Kinder und Haustiere denken, die nach dem BGB ohnehin nur den Status einer „Sache“ haben? Dass Lärm als Umweltschmutz gilt und auf Menschen seelisch, körperlich und psychosozial äußerst negative Auswirkungen hat, ist längst erwiesen. Aber das hat sich wohl bei den Funktionsträgern der Behörden der Gemeinden, der Landkreise und Ortschaften noch nicht herumgesprochen. Und die Motorradraudies kratzt das schon gar nicht. Auf die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer aufgrund von Kurvenschneiden und höchst riskanten Überholvorgängen durch rücksichtsloses Fahrverhalten vieler Biker wollen wir hier nicht weiter eingehen. Da reicht es, in der Montagszeitung von den „tragischen“ Unfällen des Wochenendes zu lesen. Aus den obigen üblen Erfahrungen fordern wir schnelle und wirksame(!) Maßnahmen zur Beseitigung dieses zerstörerischen Gefahrenpotentials im Bereich der Straßen von Welsede durch Deitlevsen auf die Ottensteiner Hochebene und auch in der ganzen Region.