weather-image
23°
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 02.06.2020 um 20:16 Uhr

Aussagen nicht verweigern

Mit Stillschweigen ist niemandem geholfen

Es ist ein Skandal, wie sich die Mitarbeiter des Jugendamtes vor Gericht verhalten haben. Hier geht es um die Aufklärung der Fehler, die gemacht wurden. Mit Stillschweigen ist in diesem Fall niemandem geholfen.

Zu „Fall Lügde: Mitarbeiter des Jugendamtes schweigen“, vom 26. Mai


Für mich gilt immer noch das Prinzip, wer Fehler macht, muss dafür geradestehen. Was mich wundert, warum haben die Mitarbeiter jetzt Angst, dass sie bei einer Aussage und Klärung der skandalösen Vorgänge eventuell mit einer nachträglichen Bestrafung rechnen müssen? Soweit mir bekannt ist, wurden die Vorgänge untersucht und Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, danach wurden die Untersuchungen eingestellt, mangels strafbarer Ergebnisse. Wurde damals nicht alles richtig untersucht? Wie kann es sein, dass nach der damaligen Einstellung der Untersuchungen jetzt bei der gerichtlichen Aufklärung aus Angst vor Bestrafung die Zeugen die Aussage verweigern. Mir kommt in diesem Fall seit Aufdeckung des Skandals vor, dass alles, was möglich ist, vertuscht werden soll. Das Jugendamt Hameln-Pyrmont hat sich nicht sehr kooperativ verhalten. Es ist schlimm genug, dass Kinder unter dem Verhalten leiden mussten, aber genau so schlimm ist es, dass aus den Fehlern nichts gelernt wurde, sonst würden die Mitarbeiter die Vorgänge aufklären und nicht nur das Jugendamt Hameln-Pyrmont, sondern auch andere Jugendämter aus diesen Fehlern lernen. Leider gibt es in Deutschland die Möglichkeit der Aussageverweigerung, wenn man sich selbst belastet. Aber wenn man aus diesen Gründen die Aussage verweigert, kann man vermuten, was dahinter steckt.