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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.06.2021 um 11:40 Uhr
aktualisiert am 07.06.2021 um 16:50 Uhr

Mehr Fingerspitzengefühl!

Natürlich haben Quarantäne-Maßnahmen Sinn, damit die Verbreitung von Coronaviren eingedämmt wird. Aber ich kann verstehen, dass es für den einen oder anderen manchmal schwierig sein kann, selbige konkret immer einzuhalten. Mein kurz vor seinem vierjährigen Geburtstag stehendes Enkelkind musste sich zehn Tage in Quarantäne begeben, weil in seiner Kindertagesstätte postiv Getestete aufgetaucht sind. Die Eltern bekamen einen standardisierten mehrseitigen (!) Brief, in dem unter Hinweis auf Zwangs- und Bußgeldmaßnahmen das Durchführen der Quarantäne angeordnet wurde. Aufenthalt nur im eigenen Haus, kein Besuch, na ja, das kennt man schon. Obwohl die soziale Isolierung eines kleinen Kindes sicher mehr Schäden anrichtet als Nutzen bringt. Aber dann noch darüber hinaus: „Zeitliche und räumliche Trennung von anderen Familienmitgliedern im Haushalt“ und „Nutzen Sie bitte getrennte Räume sowie das Badezimmer und essen Sie nicht gemeinsam.“ Sind das nicht psychologisch und pädagogisch „verrückte“ Anforderungen? Das Kind ist drei Jahre alt. Da kann ich doch gut verstehen, wenn sich Eltern da weigern, die geforderten Quarantäneregelungen so stringent wie gefordert einzuhalten. Da müsste es meines Erachtens mehr individuelles „Fingerspitzengefühl“ und pädagogisches Feingefühl geben, ein anderes Vorgehen sollte möglich sein. Oder?