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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.06.2021 um 11:47 Uhr
aktualisiert am 07.06.2021 um 16:50 Uhr

Mehr Empathie ist notwendig

All die Leute, die in den letzten Wochen über Periodenarmut gespottet haben, könnten sich über ihre privilegierte Position im Leben freuen, anstatt weniger gutgestellten Menschen ein bisschen Unterstützung zu missgönnen. Auch in Deutschland sind viele Tausende Menschen von Periodenarmut betroffen. Nur, weil nicht alle das offen sagen – warum sollte man auch?! – heißt das nicht, dass es kein Problem ist. Es gibt zwar sogenannte Notfallkits, aber stellen Sie sich es vor, wie Sie z. B. ins Rathaus gehen und sagen: „Hallo, ich bin zu arm für Tampons, kann ich bitte ein Notfallkit haben?“ Das ist demütigend und beschämend. Was diese Gesellschaft nicht braucht, ist mehr Spott und mehr emotionale Kälte. Wir brauchen solidarisches Handeln und Empathie für Menschen in anderen Lebenssituationen als unsere eigene. An alle, die sich über den Ausdruck: „Menschen mit Uterus“ lustig machen: Er ist nicht albern, sondern absolut korrekt. Denn die Periode betrifft Menschen mit Uterus – inklusive vieler Transmänner, aber minus Frauen nach einer Hysterektomie.