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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 13.08.2020 um 22:41 Uhr

Wirecard-Skandal

Lauter Luftnummern und Luftschlösser

Zu: „Und keiner hat was gemerkt...“, vom 29. Juli, und zu: „Wirecard: Scholz steht vier Stunden lang Rede und Antwort“, vom 30. Juli
Diese Firmierung wird uns alle noch einige Monate, vielleicht auch Jahre beschäftigen. Irgendwo habe ich noch die Erinnerung an das Unternehmen einer iranischen Firma. Da gab es in Hameln Projekte, die wohl nicht zu Ende geführt wurden, aber Gelder dafür flossen, die wahrscheinlich nie wieder rückholbar sind.

Ähnlichkeiten sehe ich bei dem Problem „Wirecard“. Doch nun „zur Sache, Schätzchen“, wie es für einen Filmtitel heißt. „Wire“ heißt ja übersetzt „Draht“ oder „Telegramm“, und „card“ gleich Karte oder Pappe. Und so hätten wir für jeden verständlich eine Telegrammpappe oder auch Drahtkarte, ganz wie man es sich vorstellen mag.

Seit Beginn des Wirtschaftsskandals wird von Luftnummern gesprochen, von Geldern, die nie vorhanden waren, von Vermögen, das nur auf dem Papier existierte. Unser Wirtschaftsmininster sieht keine Fehler bei der Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer. Seit 2015 mindestens schrieb Wirecard rote Zahlen, aber alles war „korrekt“ geprüft. Also sollte wohl vieles schon viele Jahre früher nicht „gesehen“ worden sein. Es ist doch gar nicht schwer, wenn man ein Luftschloss baut, mit Nullsummen spekuliert, dazu mit Luftnummern Geschäfte tätigt. Das alles reicht jedoch nicht an der Börse, denn dazu gehören „Strohpersonen“, die mit echten Euros bezahlt werden, aber im Verdachtsfall eventuell verschwinden oder von nichts gewusst haben. Eines ist sicher, auch in der Corona-Pandemie hätte die Firma nicht überstanden, denn mit „Nullgeld-Viren“ will keiner etwas zu tun haben. Und nun gönne ich mir ein Corona-Bierchen und pfeife auf eine Wirecard mit Nullsumme, denn jetzt muss ich bezahlen mit echten Euros. Prost!