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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.04.2021 um 21:33 Uhr

Leserbrief

Konstruktiver Vorschlag

Zu: „Wie lässt sich die Augenarzt-Praxis sichern?“, vom 30. März
Der Augenarzt Dr. Eckhard Reichenbach hat auf der Basis seiner Kenntnisse über die spezielle Situation seiner Fachkollegen im Stadtrat einen konstruktiven Vorschlag gemacht. Mit Entsetzen habe ich die Kommentare zweier Ratsmitglieder, die sich um das Bürgermeisteramt bewerben wollen, zur Kenntnis genommen.

100 000 Euro Zuschuss würden gerade einmal die Kosten für ein Gerät decken, das dem heutigen Standard der Ausstattung einer Augenarztpraxis gerecht wird. Die Grundausstattung einer Augenarztpraxis ist damit nicht gewährleistet. Diese erfordert weitere Kosten, die den von Herrn Dr. Reichenbach genannten finanziellen Rahmen weit überschreiten.

Im „Deutschen Ärzteblatt“ werden Augenärzte händeringend gesucht. Die können sich nach dem Abschluss ihrer zirka zwölfjährigen Ausbildung einen Arbeitsplatz in den bevorzugten Metropolen aussuchen. Warum sollte sich jemand bei diesen Fakten ausgerechnet in Bad Pyrmont um ein Gespräch mit der Stadt bemühen? Herr Dr. Reichenbach kennt die Situation. Der ethische Anspruch, die moralische Selbstverständlichkeit des Arztes, der sich um das Wohl seiner Patienten sorgt, hat in der politisch dominierten Diskussion kein Gehör gefunden. Sollte es nicht das Anliegen der von den Bürgern gewählten Vertreter in den städtischen Gremien sein, für die Belange der Einwohner zu kämpfen, in dem Fall die Not derer, die zum Augenarzt müssen, zu beheben und die Entwicklung des Standortes Bad Pyrmont zu fördern?

Herr Schrader und Frau Michel: Si tacuisses philosophus mansisses*.


*Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.