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Zu: „Awo-Kita Aubuschweg zu“, vom 26. JanuarSeit fast einem Jahr betreue ich Kinder zwischen einem und zwei Jahren in dieser besonderen Situation und lassen Sie sich gesagt sein, wir sind flexibel, mit Herz bei den Kindern und Eltern und dann versuchen auch wir unsere Bedürfnisse, Gefühle, Ängste und Sorgen in den Hintergrund zu stellen, um mit voller Aufmerksamkeit bei den Kindern zu sein.

veröffentlicht am 05.02.2021 um 12:08 Uhr

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Nun ist ein Zeitpunkt gekommen, an dem ich Ihnen sagen kann, dass das pädagogische Arbeiten immer mehr in den Hintergrund geraten ist und auch die soziale und emotionale Kompetenz der Kinder in den Einrichtungen infrage gestellt wird. Wie sollen sich Kinder, auch gerade im Krippenbereich, in einer Umgebung wohlfühlen, die aus den alltäglichen so bedeutsamen Routinen und pädagogisch wertvollen Tagesabläufen für die Kinder herausgerissen werden, da nur noch eine „Notbetreuung“ stattfindet. Für mich fühlt es sich momentan an wie eine Aufbewahrungsstelle für Kinder, die wir aufgrund der geforderten Maßnahmen nicht mehr angemessen und liebevoll betreuen dürfen. Keine pädagogischen Angebote, greifen Sie nicht in das Spiel des Kindes ein, nur wenn es wirklich notwendig ist ...

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, alles Richtlinien, die ich nachvollziehen kann, aber kann ich mir diesbezüglich noch sicher sein, dass ich die emotionale Ebene der Kinder nicht verletze? Das, was die Kinder nach meiner Meinung gerade in dieser Zeit brauchen, sind ihre Familien, Geborgenheit und Liebe. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, die Kitas für ein bis zwei Monate zu schließen und diese wertvolle Verantwortung auch einmal in die Hände der Eltern abzugeben. Hierbei denke ich in erster Linie an das Wohl der Kinder (gerade im U3-Bereich), wie aber auch an die ganz persönliche Gesundheit der Erzieher und Erzieherinnen. Ich möchte hier wirklich niemandem zu nahe treten, aber wie würden Sie sich in diesen turbulenten Zeiten fühlen, wenn ich zu Ihnen an Ihren Arbeitsplatz komme und Sie ohne Maske in den Arm nehmen möchte, kuscheln und ohne Vorankündigung (kleinste Kinder schaffen es nicht) anniesen und anhusten würde?!

Ich liebe meinen Beruf über alles, aber ich persönlich finde, man sollte sich fragen, wann ist die Grenze für Kind und Erzieher/Erzieherin für eine absehbare Zeit aus gesundheitlichen und emotionalen Gründen erreicht? In einer Zeit, die immer mehr nach schneller, höher und weiter strebt, ist diese Grenze trotz der momentanen Situation anscheinend bei acht Kindern im Krippenbereich von insgesamt 15 Kindern erlaubt. Ich frage mich, ob wir in unserem Beruf wohl immer an unterster Stelle stehen werden oder ob diese Zeiten doch noch ein Umdenken möglich machen?! Warum fangen wir nicht alle gemeinsam an, liebevoll, aufmerksam und achtsam an einem Strang zu ziehen?



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