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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 27.07.2015 um 06:00 Uhr

„Kein zweites Coppenbrügge!“

Zu: „Neue Windräder ? - Juristen prüfen“, vom 17. Juli

Dass nicht jede Gemeinde unmittelbar dem Lockruf des Geldes folgen muss, hat jüngst Herr Pommerening von der Gemeinde Salzhemmendorf bewiesen, indem er feststellte: „Keinerlei Bedarf“ für einen zweiten Windpark. Er verweist auf den Flächennutzungsplan und lehnt den Bau weiterer Windräder entschieden ab. Diese Handlungsweise hätte man sich als Coppenbrügger Bürger auch von seinem Bürgermeister gewünscht. Hier jedoch herrscht weiterhin Inaktivität, während die Coppenbrügger Natur für Mammutwindräder zur Mondlandschaft degradiert wird. Es geht auch anders, zum Beispiel in Flegessen/Klein Süntel: Hier informierten die Gemeinde, die Windkraftanlagen-Betreiberfirma und die Bürgerinitiative gemeinsam die Bürger. Etwas, wovon wir hier in Coppenbrügge nur träumen können: Transparenz und Aufklärungsarbeit bezüglich der Windräder. Ganz im Gegenteil, die Bürger möglichst unwissend zu halten und vor vollendete Tatsachen zu stellen, scheint hier wohl eher die Strategie zu sein. Dabei bleibt der fade Beigeschmack, dass der Bürger am besten so wenig wie möglich von den Windradplänen erfahren soll. Statt dessen wird der Bewohner von Coppenbrügge neben dem täglichen Windkraftanlagenbau mit der satten Erhöhung der Grundsteuer und der Kitagebühr „erfreut“. Zusätzlich noch eine mittelalterliche Internetübertragungsrate in einigen Ortsteilen. So gewinnt man sicherlich keine jungen Familien für Coppenbrügge. Und was macht der Coppenbrügger Gemeinderat? Dieser sinniert weiter darüber, ob ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt werden sollte oder nicht – und wie immer: Zögern, Zaudern, Aussitzen. Besonders den Ratsmitgliedern der CDU sei da ein Sommer-Camp unterhalb des Ruhbrinks beziehungsweise ein Haustausch mit den von Windrädern umzingelten Bewohnern aus Bäntorf empfohlen. Möglicherweise forciert so ein Aufenthalt mit ständigem Windradturbinengetöse die Entscheidungsfreude und Aktivität, die im Coppenbrügger Gemeinderat in dieser Hinsicht händeringend von den Bürgern vermisst wird. Denn solange diese Entscheidungsträger die Windräder nicht vor der eigenen Haustür ertragen müssen, kann man sich ruhig noch Zeit lassen, bis das 100. Windrad in Coppenbrügge gefeiert wird oder der Massenexodus der Coppenbrügger Bevölkerung einsetzt. Aber eins ist die Gemeinde Coppenbrügge bereits für viele andere Kommunen, die neuerdings mit den Windkraftinvestoren verhandeln: Sie dient als schlechtes Beispiel, wie man es als Gemeinde auf keinen Fall machen sollte, nach dem Motto: „Kein zweites Coppenbrügge!“ Irgendwann stehen wieder Kommunalwahlen an, möglicherweise hat der leidgeprüfte Coppenbrügger Bürger diese Vorgehensweise der Gemeinde dann noch nicht vergessen.

Daniela Steding, Coppenbrügge

Wenn es um den Bau von Windrädern geht, dient Coppenbrügge anderen Kommunen als schlechtes Beispiel, meint unsere Leserin.

Dana