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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 14.10.2019 um 15:00 Uhr

Ins Grübeln kommen

Zu: „Schüler streiken fünf Tage lang“, vom 9. Juli, und „Millionen gehen für das Klima auf die Straße“, vom 21. September

Ein schönes Bild von streikenden Schülern, die am Schulunterricht nicht teilnehmen und demonstrativ diskutierend auf der Straße sitzen. Die Ursachen des Klimawandels möge man bekämpfen, so lautet die Forderung. Scheinbar unbemerkt oder ignoriert von den demonstrierenden Schülern, verhält sich der Individualverkehr. Folgende Nachrichten gehen völlig unter, zum Beispiel, dass die durchschnittliche Motorenleistung von Neuwagen von Jahr zu Jahr zunimmt. Der technische Fortschritt wird vom Verbraucher dazu benutzt, um das nächststärkere Automodell zu kaufen. Das Interesse an Stadtgeländewagen ist ungebrochen. Nur einiges bleibt gleichbleibend: die Richtgeschwindigkeit auf den Autobahnen und das Desinteresse der politischen Parteien, hier eine Regelung zu finden. Auch der Parteien, die von sich behaupten, besonders das Problem des Klimawandels anzugehen.

Es ist sicherlich eine komische Vorstellung, dass Eltern der streikenden Kinder am Donnerstag ein Auto mit hohem Ausstoß an klimaschädlichen Gasen kaufen und am Freitag deren Kinder wegen der Freisetzung dieser Gase die Schulausbildung vernachlässigen und auf der Straße sitzen. Eine noch komischere Aktion der streikenden Kinder könnte es sein, wenn sie die Zulassungsunterlagen der Autos ihrer Eltern durchgehen und dabei hohe klimaschädigende Abgase finden und als Reaktion in den Hungerstreik treten, ihr Konsumverhalten reduzieren und pflichtbewusst die Schule besuchen.

Denkbar könnte es sein, dass manche Eltern (Verbraucher) und manch ein „verhasster Konzernboss“ über Umwelt- und Pflichtbewusstsein ins Grübeln kommen könnte. Zugegeben, klingt alles sehr witzig, könnte aber Sitzende hochreißen und ganzheitliche, nachhaltige Wirkung zeigen.