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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 01.06.2021 um 20:59 Uhr

Impf-Chaos in Deutschland

Lassen Sie uns nicht um den heißen Brei herumreden: Der Herr Gesundheitsminister verkündet in großsprecherischer Art und Weise, Deutschland habe den Impfturbo eingeschaltet, die Impf-Priorisierung könne am 7. Juni 2021 aufgehoben werden. Ja, weiß Minister Spahn überhaupt, worüber er spricht?

Wie sieht denn die Lebenswirklichkeit beispielsweise in unserem schönen Impfzentrum Hameln aus? Da werden Menschen trotz Termins nach Hause geschickt, die Dewezet berichtete darüber, viele Bürger wie ich (Jahrgang 1967) haben noch nicht einmal die Erst-Impfung erhalten! Deutschland verrennt sich ins „Impf-Chaos“ (unzureichende Belieferung, schlechte Organisation und fehlende Ausrüstung, Impfzentren werden zu spät fertiggestellt oder die Impfwilligen bleiben aus, Telefonhotlines sind überlastet, es fehlt an Personal oder dieses beklagt sich über täglich wechselnde Anweisungen oder fehlendes Spritzbesteck!), weil zu wenig von unbedenklichen Vakzinen zur Verfügung stehen. Astrazeneca wollen die meisten Menschen schlicht und einfach nicht. Wer will es ihnen verdenken? War das „Impf-Chaos“ am Ende sogar geplant? Ich hoffe nicht. Es würde „ruckeln“, hatte „Impf-Zeremonien-Meister“ Spahn vorsorglich gewarnt, besser wäre allerdings von einem Fehlstart die Rede. Dabei ist der Vorwurf vermeintlich zu wenig bestellter Impfstoffe schlicht falsch. Fast 140 Millionen Impfdosen hat Deutschland allein bei den beiden Herstellern Biontech und Moderna über das EU-Kontingent geordert, inklusive weiterer Hersteller wie Astrazeneca oder Curevac sind es sogar insgesamt mehr als 300 Millionen Impfdosen. Zur Erinnerung: Deutschland hat rund 80 Millionen Einwohner. Abzüglich vermutlich nicht weniger Impfverweigerer.