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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 21.08.2020 um 22:52 Uhr

Im Homeoffice

Zu: „Die Notlösung wird zum Dauerzustand“, vom 11. August

2001 war ich sozusagen ein Vorreiter des Homeoffice. Mein Arbeitgeber, ein Importhaus in Hamburg, gab mir die Möglichkeit, als Verkaufsbüro zu arbeiten und in Hameln wohnen zu bleiben. Neun Jahre lang klappte dieses bestens.

Damals arbeitete man mit Telefon, Handy, PC, Drucker und Faxgerät. Was mir anfangs fehlte, war der tägliche Kontakt und Austausch mit Firmenchef und Kollegen. Man hatte nie Feierabend, musste jederzeit erreichbar sein. Familie und Hund sollten, nach Möglichkeit, draußen bleiben. Bewegungsmangel. Am Computer arbeiten und gleichzeitig in Unterlagen blättern, geht im Stehen schlecht. Chronische Rückenbeschwerden waren bei mir die Folge. Einstellung zur einsamen Arbeit und Kleidung sollte angemessen sein. Freizeitlook in Schlabberhose und T-Shirt geht gar nicht. Kurios: Nach drei Jahren gönnte ich mir ein paar Tage Urlaub am Schwarzen Meer. Am Strand, in der Sonne liegend, klingelte mein Handy. „Hier ist Krause aus Berlin. Ich brauche dringend, lieber heute als morgen, drei Paletten à 1000 Kilogramm. Wann können Sie verbindlich liefern?“ Da war guter Rat teuer. Es war schwer zu verhindern, dass sich der Kunde an die Konkurrenz wendet, wenn ich nicht versprach, die Lieferzeit von zehn Tagen einzuhalten.