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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 30.07.2021 um 21:32 Uhr

Gute Nacht, Bad Pyrmont!

Nach unendlichen, monatelangen Diskussionen um den Neubau eines Feuerwehrhauses und einer Vielzahl von Einwänden gegen den Standort am Gondelteich, hat der Rat der Stadt in einer zweiten Abstimmung dieses Projekt doch festgeschrieben, gegen alle qualifizierten Einwände und Änderungsvorschläge von qualifizierten und auch verdienten, langjährigen Pyrmonter Politikern, Staatsbad-Verantwortlichen sowie langjährigen Bürgern. Die lange Liste dieser Personen muss ich nicht aufzählen. Es geht nicht darum, dass die verdienstvolle Arbeit der freiwilligen Feuerwehr etwa nicht gewürdigt würde, oder dass der Wunsch um einen Neubau für die Feuerwehr abgelehnt würde. Jedoch sind alternative Bauplätze von den Entscheidungsträgern nicht ernsthaft diskutiert worden und das Ganze wurde an einer „8-Minuten-Forderung“ aufgehängt.

Es gab um den Gondelteich früher schon Überschwemmungen ohne ein Jahrhundert-Hochwasser! So wurde dieses Projekt nun unvorstellbar in einer geheimen Abstimmung festgeschrieben. Einige Ratsmitglieder haben sogar als Zugang zur entscheidenden Sitzung heimlich den Seiteneingang gewählt. Das sollte man sich vergegenwärtigen. Es fehlte wohl manchem an Mut, sich offen zu zeigen und in namentlicher Abstimmung darzulegen, was in Pyrmont gegen alle Vernunft möglich ist. Bei der anstehenden Kommunalwahl für Bad Pyrmont könnten die Wähler sich ja dieser Posse mit dem ihrem Votum erinnern. Vor einigen Jahren trat man in Bad Pyrmont gemeinsam mit einem guten Dutzend europäischen Kurbädern, beginnend von Bath über Spa, Karlovy Vary, Marienbad, Franzensbad usw. bis hin zu Montecatini Therme an, um als gemeinsame historische Kurorte ins Weltkulturerbe aufgenommen zu werden. Leider ist damals Bad Pyrmont hier gescheitert. Falls das aber Realität geworden wäre, wäre Pyrmont irgendwann als Folge dieser Posse um das Feuerwehrhaus nachträglich dieser Titel sofort wegen Störung des zentralen Kurortbereichs aberkannt worden. So bleibt uns aber wenigstens auf dem Bahnsteig das Aushängeschild mit dem „Fürstenbad“ erhalten.

Inzwischen gibt es ja eine Vielzahl weiterer Baustellen in Bad Pyrmont, wie das Konzerthaus, das Kurtheater, den Altenauplatz, die Schließungen von Hotels usw., zum Teil als Folge einer rigorosen Brandschutzordnungs-Aktion. Dies sind also lauter ungelöste Probleme, die ebenso dem Ansehen unseres historisch gewachsenen Kurortes schaden. Normalerweise sollte man den Ast, auf dem man sitzt, nicht abschneiden. Aber macht mal immer fleißig so weiter. Leider werden die Mitglieder des Rates, die anonym bleiben wollen, nicht mehr zur Verantwortung gezogen. Auch die sicher ins Uferlose wachsenden Kosten werden denen nicht persönlich abverlangt werden, sondern die muss der dumme Steuerzahler bewältigen. Und irgendwann gehen dann die Lichter in Bad Pyrmont aus, denn der Ort wird nicht allein vom Glanz vergangener Zeiten überleben können. Die Gäste und auch die Tagesgäste werden dann wohl einen Bogen um Pyrmont machen. „Gute Nacht, Bad Pyrmont“!