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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 19.07.2021 um 11:01 Uhr

Gezielt auf Gondelteichparkplatz hingearbeitet?

Zu: „Reichlich trockener Lesestoff“, vom 23. Juni, und zu: „Neue Visionen für Bad Pyrmont“, vom 28. Juni


Das Schutzziel von 8 Minuten wurde vom Rat der Stadt Bad Pyrmont am 15. Juni 2017 beschlossen. Dem Beschluss lag die Ratsvorlage 161/2017 zugrunde, in der unter anderem dazu ausgeführt wird: „Dem Rat wird unter Berücksichtigung des Ist-Zustandes, wonach ein Zielerreichungsgrad von ca. 30 Prozent im Stadtgebiet insgesamt erreicht wird, empfohlen, zunächst den Zielerreichungsgrad auf 85 Prozent festzuschreiben.“ Zur Zeit erreicht die Feuerwehr also nur in 30 Prozent der Fälle den Einsatzort in 8 Minuten. Dass sich das zwischenzeitlich geändert hat, ist von der Verwaltung nicht kommuniziert worden, also ist es wohl noch so. In der Ratssitzung am 27. Mai 2021 wiesen etliche Redebeiträge darauf hin, dass es doch gut wäre, wenn die Feuerwehr so schnell am Einsatzort ist. Tatsächlich ist sie es aber in 70 Prozent der Fälle nicht! Das wird sich wohl auch nicht mit dem neuen Feuerwehrhaus am Gondelteich ändern. Aus dem Feuerwehrbedarfsplan der Stadt geht hervor, dass die einschlägigen Empfehlungen der Regelwerke eine Hilfsfrist von 9,5 Minuten mit einem Erreichungsgrad von 90 Prozent empfehlen (Ziff. 5.1). Die tatsächlichen Gegebenheiten sprechen alle dafür, die Hilfsfrist zu verlängern, statt eine nicht erfüllbare Hilfsfrist bestehen zu lassen, die den Tatsächlichkeiten nicht entspricht. Zu hinterfragen ist, wer dem Rat und dem Bürgermeister diese nicht einzuhaltende Frist vorgeschlagen hat. Je kürzer die Frist ist, desto zentraler muss der Standort sein. Wurde also hier schon gezielt auf den Gondelteichparkplatz hingearbeitet? Wenn das neue Feuerwehrhaus dann dort erst mal steht und man feststellen muss, dass die Hilfsfrist von 8 Minuten mit einem Zielerreichungsgrad von 85 Prozent nicht eingehalten werden kann, kann man den Bedarfsplan ja mit der tatsächlich erreichbaren längeren Frist fortschreiben. Die besondere städtebauliche Bedeutung der Fläche ist aber unwiederbringlich vernichtet und gleichzeitig sind auch wichtige Parkplätze nicht mehr zentral da. Der Parksuchverkehr nach den weniger vorhandenen Ausweichparkplätzen wird zu höheren Umweltbelastungen führen und den Traum von einer Landesgartenschau (mit viel Parkraumbedarf) können wir endgültig begraben. Weitsicht sieht anders aus!