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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 13.03.2020 um 23:22 Uhr

Gemeinsam mit den Landwirten Lösungen suchen

Zu: „“, vom 5. März

Ich kann gut verstehen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe Angst um ihre Existenz haben. Wir sind in einer Lage, wo die Zukunft nur sehr schwer planbar scheint. Das geht aber nicht nur den Landwirten so.

An Bewegungen wie zum Beispiel Fridays for Future ist gut erkennbar, dass auch die Jugend Angst vor der Zukunft hat, wenn auch aus einer anderen Perspektive. Ich finde es beschämend, wenn diesen Jugendlichen (und inzwischen ja auch vielen Erwachsenen) unterstellt wird, dass sie demonstrieren und direkt danach mit dem SUV nach Hause fahren würden. Offensichtlich kennt Herr Meyer im Gegensatz zu mir niemanden, der sich dort engagiert. Die, die ich kenne, kommen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad.

Besonders perfide ist aber, wenn das Landvolk behauptet, die wahren Schützer der Natur zu sein. Ich finde, dass die Landwirte unersetzbar sind, um Nahrungsmittel für die Bevölkerung zu produzieren. Über die Art der Anbaumethoden kann man aber trefflich streiten. 42 Prozent der 2018 in Deutschland verkauften Pestizide sind Unkrautvernichter, das bedeutet, dass fast die Hälfte der Pflanzenschutzmittel nicht dem Schutz der Kulturpflanzen, sondern der Arbeitserleichterung dient. Wie so oft geht, es hier ums Geld. Die konventionelle Landwirtschaft muss mit dem Weltmarkt konkurrieren, da ist man vermutlich froh, dass die chemische Industrie hier helfen kann. Besonders effektiv wird es dann, wenn die Kulturpflanze dann auch noch durch Züchtung unempfindlich gegen diese Unkrautvernichter ist – ein besonderer Fullservice von Firmen wie Monsanto, dem Entwickler von Glyphosat und einem der weltgrößten Pflanzenzüchter.

Natürlich ist auch das nur ein Aspekt, aber das Thema ist viel zu komplex, um es in einem Leserbrief umfassend zu betrachten. Daher mein Appell: Gemeinsam sollten wir in unserer Gesellschaft schnell nach Lösungen suchen. Hier müssen alle helfen: die Politik, die Landwirtschaft und natürlich auch die Verbraucher. Anderen die Schuld geben, reicht jedenfalls nicht!