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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 19.05.2021 um 21:50 Uhr

Für den Chefsessel sind Führungsqualitäten gefragt

Als alleinige Bewerberin für das Amt des Hauptverwaltungsbeamten wurde die Kandidatin Ute Michel (Grüne) einstimmig gewählt. Die rechtlichen Wählbarkeitsvoraussetzungen für diese Aufgabe erfordern keinerlei berufliche Qualifikationen. Die Vorgaben beinhalten lediglich EU-Staatsangehörigkeit, Lebensalter und anzunehmende Verfassungstreue.

Die Praxis hat uns in Bad Pyrmont über Jahrzehnte gezeigt, dass das klassische Studium der Rechtswissenschaften (Volljurist) der Kommune häufig kostenpflichtige Beratungen in Rechtsfragen erspart hat, weil die Amtsinhaber/innen mit juristischen Kenntnissen ausgestattet waren. Es wäre vorteilhaft, wenn derartige Vorzüge auch zukünftig in Anspruch genommen werden könnten.

Für Experimente mit Bewerbern ohne einschlägige Verwaltungserfahrung und politische Visionen ist das Bürgermeisteramt nicht geeignet. Die programmatischen Aussagen der Bewerberin erscheinen ausgesprochen dürftig. Das Resümee ihrer Fraktionsarbeit der letzten fünf Jahre in der Gruppe 17 bleibt fast unerwähnt.

Dafür gibt es gute Gründe, denn die Wahlversprechen der Gruppierung sind nicht geliefert worden. Stattdessen erfolgten Ratsentscheidungen mit Anhebungen der Grund- und Gewerbesteuern und im Jahr 2017 der Grundsatzbeschluss zur Einführung des Tourismusbeitrages, der nachträglich wieder aufgehoben wurde. Damit waren kostenträchtige, jahrelange Verwaltungstätigkeiten ohne jeglichen Nutzen.

Wer, wie hier praktiziert, in der Position einer Fraktionsführung einen klaren Kompass vermissen lässt, sollte besser in der zweiten Reihe der Rats- arbeit verbleiben.

Für den Chefsessel im Rathaus sind Organisationstalent, Durchsetzungskraft und Führungsqualitäten gefragt. Selbsternannte Verwaltungsfachleute als Bürgermeister hat Bad Pyrmont nicht verdient!