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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 01.11.2021 um 11:09 Uhr

Freiwillige Entscheidung

Zu: „Was gilt wo?“, vom 20. Oktober


Hamelns Gastronomen gehen verschiedene Wege. Von 47 Gastronomiebetrieben geben 26 keine Beschränkungen, 19 für 3G und 2 für 2G für Kunden an. Ich verstehe schon, dass es hier um Einnahmen und Existenzen geht. Die Entbehrungen waren in der vergangenen Zeit erheblich. Ist die Bewirtung in so vielen Betrieben ohne Beschränkung jetzt aber eine Belohnung
der Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und sonstiger Verwirrter? Müssen wir uns jetzt mit vermutlichen Virusmutterschiffen in Gaststätten und bei anderen Veranstaltungen zusammentun?

Die Diskussion über einen durch die Hintertür eingeführten Impfzwang entbehrt jeglicher Grundlage. Es wird niemand gezwungen, sich impfen zu lassen. Der Beginn der Kette fängt mit einer freiwilligen Entscheidung an: Impfen ja oder nein. Beispiel: Derjenige, der sich entscheidet, keinen Autoführerschein zu machen, darf dann auch keinen Pkw fahren. Derjenige, der keinen Angelschein macht, darf nicht angeln. Sind das Argumente für eine zweigeteilte Gesellschaft oder für einen Zwang? Wer sich halt nicht impfen lassen will, muss dann die Konsequenzen daraus tragen und darf dann an bestimmten Veranstaltungen, die der 2G- beziehungsweise 3G-Regelung unterliegen, nicht teilnehmen.

Für mich persönlich gilt Folgendes: Ich werde keine Gaststätte betreten, die nicht mindestens eine 3G-Regelung für erforderlich hält. Den Besuch des Weihnachtsmarktes Hameln unter den geschilderten Bedingungen durchzuführen, halte ich für nicht kontrollierbar beziehungsweise gerade im Hinblick auf die wieder ansteigenden Inzidenzwerte für nicht gerechtfertigt. Wir sind wieder, wie im vergangenen Jahr, in der Diskussion über Lockerungen in einer Phase der aufsteigenden Infektionen und Belegungen der Intensivstationen in den Krankenhäusern. Nichts gelernt aus der Vergangenheit?