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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 27.04.2021 um 16:26 Uhr
aktualisiert am 28.04.2021 um 16:40 Uhr

Leserbrief

Feuerwehrhaus gehört in Industriegebiet

Zu: „Rund 60 Leute beziehen Stellung“, vom 22. April

Man sollte jetzige und frühere Stadtbrandmeister daran erinnern, wenn sie wieder mal energisch moralischen Druck ausüben und von „Schnauze voll“ und „Zirkus“ sprechen oder ihren Fahrzeugpark demonstrativ vor dem Rathaus abstellen, dass ihre Vorgänger seit mindestens 50 Jahren die Chance vertan haben, ein gemeinsames Feuerwehrhaus zu errichten.
Bereits 1969 wurden von mir Vorschläge dafür vorgelegt. Sie haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Gemeinsamkeit wurde immer abgelehnt. Bis heute scheint sich daran nicht alles geändert zu haben. Siehe dazu das jetzige Raumprogramm. Die Identität unseres Kurortes wird maßgebend durch Wasser, Grün, das Achsensystem und die historische Bebauung geprägt. Diese Grundbedingungen gilt es zum Schutz unserer Landschaft, unseres Klimas und unserer Freizeitbedürfnisse zu erhalten. Jeder Neubau ist ein Eingriff in die Natur und damit zu deren Nachteil.

Dabei gehört zur Identität auch die bauliche Gestaltung eines Feuerwehrhauses: mindestens 11 hohe und breite Garagentore und die dazu gehörenden trostlosen Rückseiten plus Turm am Rande des Kurgebietes und in der direkten Optik eines jeden Bürgers, Gastes und Nachbarn sind gestalterisch kaum zu bewältigen. So ein Bau gehört in ein Industrie- bzw. Gewerbegebiet. Dort stört er nicht und könnte kostengünstiger errichtet werden. Siehe dazu das neue Feuerwehrhaus Bad Münder, dem man die Sparsamkeit ansieht und so nur in das Gewerbegebiet passt. Mir graut es vor so einem noch gewaltigeren Gebäude am Gondelteich!

Man muss dem Bürger und Betroffenen vor Augen führen, was ihn erwartet! Warum nicht die Offenlegung der Bauabsichten, wie zum Beispiel vorbildlich im Bebauungsplanverfahren zum Bauvorhaben „Buchinger“? Und erst dann das Bebauungsplanverfahren!

Zur Identität eines Ortes gehört auch eine stimmige Verkehrsplanung. Die Ersatzvorschläge für wegfallende Parkplätze am Gondelteich sind eine ungeordnete, städtebauliche Notlösung. Selbst der kleinste Zollstock zeigt auf, dass am Stadion Eingriffe in die Natur und die Tribünen zwangsläufig sind. Dann besser kein Ersatz! Zur Vervollständigung der Hinweis, dass es auch noch andere Werte zur Beurteilung gibt, als ausschließlich vom Gesetz nicht vorgeschriebene Hilfsfristen.

Ich habe volles Verständnis, wenn die Feuerwehr endlich für ein gemeinsames Feuerwehrhaus kämpft. Sie hat es verdient. Nur nicht an diesem Standort. Und es gibt natürlich auch noch diskutable, alternative organisatorische Lösungsansätze! Das Bauprojekt Feuerwehrhaus als „Städtebauliches Ziel“ ist ein Jahrhundertfehler.