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Zu: „Die besonderen Orte für das Ja-Wort“, vom 4. Februar

Fehler nicht wiederholen

Nach der Wunschvorstellung von Bürgermeister Andreas Grossmann sollen Trauungen jetzt auch im Grohnder Fährhaus möglich sein. Diese Anregung wird gewiss nicht nur von Romantikern begrüßt, sondern vor allem auch vom Inhaber der Lokalität, wenn auch aus anderen Gründen.

veröffentlicht am 15.02.2021 um 11:14 Uhr

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Neben der Ausrichtung der Feierlichkeiten wäre ein zusätzlicher Verdienst bei den Übernachtungen der Hochzeitsgäste zu erwarten. Für die Gemeinde würde wahrscheinlich ein Imagegewinn für die Region herausspringen.

Auffällig ist ein nicht zum ersten Mal zu beobachtendes Bemühen der Emmerthaler Verwaltung, vornehmlich den Gastwirt der Grohnder Fährhaus GmbH bei seinen geschäftlichen Bestrebungen zu unterstützen. Beschämt sei, wer darin schon eine Klüngelei sieht. Gleichwohl ergeben sich für einen interessierten Beobachter diverse Fragwürdigkeiten.

Wie kann es beispielsweise sein, dass ein großes Hotel in einem besonders geschützten Naturschutz- und Überschwemmungsgebiet gebaut werden durfte? Und wie war es dem Bauherrn finanziell möglich, kurz nach der Fertigstellung des sehr teuren Bauprojekts in Grohnde einen weiteren sehr renommierten Gastronomiebetrieb zu kaufen, und zwar den auf der Hamelner Werder-Insel. So etwas wäre ohne den Zuspruch von Politikern und Bankern kaum denkbar.

Die bis hier genannten Schlagwörter lauten also: hohe Investitionssummen, ein ambitionierter Geschäftsmann, arglose Gläubiger, hilfreiche Unterstützer aus Politik und Verwaltung und dieses ganze Gemenge auf dem Gastronomiesektor. Fühlt man sich da nicht unweigerlich an das Desaster der Fard-Brüder mit ihrem Klütturm-Hotel erinnert? Vergessen haben das zumindest nicht die vielen Handwerksbetriebe, die am Bau des Klütturm-Hotels beteiligt waren und bis heute auf ihr Geld warten. Seinerzeit war die weltweite Finanzkrise der Auslöser, aktuell könnte die Corona-Krise zum Verhängnis werden. Bereits jetzt werden die Aussichten in der Gastronomie mit sehr düster umschrieben. Es werden sogar viele Insolvenzen befürchtet. Dieses Unheil wird wohl kaum an der hiesigen Region vorbeigehen.

Den Investoren und sonstigen Förderern des Prestigeprojekts Grohnder Fährhaus sei daher eindringlich geraten, die am Klütturm gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Wer nämlich erst einmal finanziell am Boden liegt, der wird auch in der noch so schönen Poesie von Johann Wolfgang von Goethe keinen Trost finden.



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