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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 24.10.2019 um 23:23 Uhr

Gondelteich

Falscher Standort für Feuerwehrhaus

Zu: „Wir wollen keine plumpe Kiste“, vom 26. September
Die von sämtlichen im Rat und den Fachausschüssen der Stadt Bad Pyrmont durch ihre Politiker vertretenen Parteien sind ungeachtet der massiven Kritik in Teilen der Bevölkerung einmütig der irrigen Auffassung, dass die Standortwahl des Parkplatzes am Gondelteich für das gemeinsame Feuerwehrhaus der beiden Wehren in Bad Pyrmont die Lösung schlechthin sei.

Dieser geplante Standort ist wohl auch einem Entfernungskompromiss zwischen den bestehenden Feuerwehrgerätehäusern in der Grießemer- und der Waldecker Straße geschuldet.

Von Seiten der Politik wird dies nicht ausgesprochen. Wie auch der Kostenaspekt des geplanten Neubaus für unsere hoch verschuldete und unter Kommunalaufsicht stehenden Stadt, wenn überhaupt, nur ein Schattendasein fristet. Die von der Verwaltung und der Politik in den Raum gestellten und geschätzten Zahlen sollen für das Feuerwehrhaus mindestens 6 Millionen Euro, die Neuverlegung des im Bereich des Parkplatzes Gondelteich gelegenen Hauptmischerwasserkanales mindestens zirka 0,8 Millionen Euro, die Neuanlegung von zirka 115 Stellplätzen im Bereich der bisherigen Skaterbahn im Bereich des Stadions als dürftigen Ersatz für die wegfallenden zirka 300 Stellplätze Parkplatz Gondelteich zu mindestens zirka 320 000 Euro somit insgesamt geschätzt mindestens zirka 7,1 Millionen Euro betragen. Das Bodengutachten wegen der Tragfähigkeit des Areals Gondelteich liegt entweder noch nicht vor beziehungsweise wird nicht veröffentlicht. Um möglicherweise überhaupt erst einen tragfähigen Unterbau des Areals zu schaffen, werden weitere Kosten im mindestens sechsstelligen Bereich entstehen. Wenn man die gewohnten Kostensteigerungen bei öffentlichen Investitionen hinzurechnet, wird man sich letztendlich zwischen 11 bis 13 Millionen Euro bewegen. Öffentliche Zuschüsse werden nicht gewährt. Folge wird sein, dass unter anderem die Grundsteuer- und Gewerbesteuerhebesätze wegen der Refinanzierung Spitzenwerte in Niedersachsen erreichen können. Es ist interessant zu beobachten, dass weder das Staatsbad, der Einzelhandelsverband, die Werbegemeinschaft, der Kur- und Verkehrverein und natürlich die DEHOGA, als Vertreterin der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, gegen diese überbordenden Pläne sich öffentlich zu Wort melden. Der Wegfall von zirka 200 Besucherparkplätzen am Gondelteich wird den noch existierenden Einzelhandel, die Gastronomie und den Kultur- und Veranstaltungsbetrieb massiv treffen. Anlässlich des Oktobermarktes am vergangenen Wochenende waren am frühen Sonntagnachmittag, 22. September, auf dem Gondelteich-Parkplatz nur noch zirka 10 Stellplätze nicht belegt.

Nur hinter vorgehaltener Hand äußern viele Mitbürger und auch gerade selbstständige Unternehmer, dass das von der Politik zusammen mit der Verwaltung einvernehmlich beschlossene Projekt Feuerwehrhaus am Gondelteich dem falschen Standort geschuldet ist. Die Feuerwehren sind selbstverständlich einer der wichtigsten Bestandteile der Gesellschaft, Retter in der Not und sollen so gestellt werden, dass sie ihren Aufgaben mit guter Ausstattung und auch mit moralischer Unterstützung nachkommen können. Aber bitte nicht mit einem Feuerwehrhaus am Gondelteich! Stattdessen ist der bereits in die engere Wahl gefasste Standort bei den Stadtwerken an der Südstraße wieder aufzugreifen und zu beplanen.