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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 27.08.2020 um 21:51 Uhr
aktualisiert am 28.08.2020 um 13:10 Uhr

Rücksicht im Straßenverkehr

Fahrräder brauchen Kennzeichen

Zu: „So klappt es mit dem Abstand“, vom 18. Juli
Schön wäre es, wenn bei der ganzen Lobby-Arbeit für den Radfahrer mit den Hinweisen auf die Rechte und Privilegien dieser Gruppe auch mal auf die Pflichten gegenüber den anderen Teilnehmern der Bevölkerung eingegangen wird. Immer wird darauf hingewiesen, wie schutzlos und anfällig der Radfahrer ist.

Wenn er allerdings als vollwertiges Mitglied des Verkehrs angesehen werden möchte, plädiere ich für die Einführung von Kennzeichen wie an Pkw. Denn unerkannt und unangreifbar strampelt der Radfahrer durch die Gegend – ob er nun mit dem E-Bike unterwegs ist, oder ob er ausstaffiert ist, als würde er die nächste Giro d’Italia mitfahren. Gerade in Feld und Wald macht er sich immer breiter, schießt mit Blitzgeschwindigkeit durch die Natur. Dabei wird auf andere in den meisten Fällen keine Rücksicht genommen. Mit etwas Glück hört man noch ein eiliges „Achtung“, wenn überhaupt. Bloß nicht langsamer werden – das versaut den Schnitt!

Bei Reitern zum Beispiel ist es eine Selbstverständlichkeit, schon aus Gründen der Höflichkeit, nicht im gestreckten Galopp an anderen vorbei zu jagen. Das gebietet der Anstand und Respekt. Auch das scheint der „Didi Thurau“ der Neuzeit nicht verinnerlicht zu haben. Des Weiteren wird im Zeitraum der Brut- und Setzzeit von Hundebesitzern die Leinenpflicht verlangt, um nicht für unnötige Unruhe zu sorgen. Auch hier fährt der Radfahrer gerne ungehemmt und ungebremst durchs Unterholz – für ihn gilt das alles nicht. Auch könnte ja mal in der Zeitung darauf hingewiesen werden, was das weiße, runde Schild mit dem roten Kreis bedeutet. Dies scheint ja auch dem Rad fahrenden Zeitgenossen nicht bekannt zu sein: Laut StVO, Verkehrszeichen 250, heißt es „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ (Auch Radfahrer, außer, es ist explizit anders gekennzeichnet). Diese Schilder stehen beinah an jedem Feld- und Waldweg. Aber das alles scheint ja nicht in den momentanen Zeitgeist zu passen.

Es gilt nur: Radfahrer sind gut und schützenswert und alle anderen, die sich dummerweise gerade auch in der Welt aufhalten, haben da gefälligst Rücksicht zu nehmen!