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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 04.06.2021 um 09:52 Uhr

Es geht um die Dividenden

Zu: „Adomat: Hilfe für Sana nicht notwendig“, vom 19. Mai


Der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont hat sich nun endlich zu den geplanten Massenentlassungen der Unternehmenstochter des Klinikkonzern Sana geäußert. Wie zu erwarten, kann er nichts für die 36 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tun. Rein rechtlich ist der Landkreis mit seiner 49-Prozent-Beteiligung damit sicher aus der Verantwortung. Fakt bleibt, dass durch die Abwicklung dieser Servicegesellschaft des Sana nun demnächst jahrzehntelange Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, darunter welche mit „Schwerbehinderten-Status“, auf der Straße stehen werden und eventuell später beim Landkreis Hartz IV beantragen müssen. Dieser „Kollateralschaden“ wird hingenommen. Es geht schließlich um die Dividenden der Anteilseigner und um Minimierung von Kosten in einem kaputtgesparten Gesundheitssystem. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich ... muss, sagte mal ein Gewerkschafter zu solchen Praktiken. Der Zeitungsleser wird mit komplizierten Erklärungen und Hinweisen auf fehlende Zuständigkeiten abgespeist. In der Absicht, dass niemand dieses unwürdige Spiel durchschaut. Für wie dumm halten Sie uns Bürger eigentlich? Eine „Service GmbH“, die hundertprozentige Tochter des Sana ist, wird von diesem Konzern kontrolliert und gelenkt! Der Landkreis hat vor Jahren bewusst und ohne Not seine Mehrheitsbeteiligung an Sana verkauft. Andere Kommunen haben bis heute ihre Mehrheitsbeteiligung behalten, um genau solchen Praktiken entgegenzuwirken. Ich hätte da noch einen konstruktiven Vorschlag für den Landrat: Man gründet eine gemeinnützige GmbH und übernimmt die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit den Aufgaben im hiesigen Klinikum von der Service GmbH. So blieben die Menschen an ihrem Arbeitsplatz zu erträglichen, tarifgebundenen Arbeitsbedingungen. Arbeitslosengeld/Hartz IV entfielen und man bräuchte dem Sana nicht auch noch unterwürfig „Finanzhilfen“ anbiedern.