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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 06.12.2021 um 10:52 Uhr

Erträge fallen niedriger aus

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Zu: „Ex-Windkraftunternehmer räumt Betrügereien ein“, vom 12. November


Dreistigkeit kennt keine Grenzen, wenn es um die geschäftlichen Aktivitäten der Familie Holt geht. Wo Täter, da gibt es Opfer. Wo fand die Kontrolle statt?

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In dem Unternehmensreport 2020 ist zur Beteiligung an Windkraftanlagen (WKA) zu lesen: „Darüber hinaus erfolgte in 2016 eine 100-prozentige Abschreibung auf den Buchwert beim Windpark in Brandenburg bei der eno-Gruppe aufgrund von langfristigen, negativen Ertragsprognosen. Eine weitere Abschreibung auf die Tobi Wind-Gruppe in Höhe von 80 000 Euro erfolgte zudem 2018 aufgrund der Prognose in der Langfristplanung, dass voraussichtlich keine Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter bis zum Ende der Laufzeiten ausgeschüttet werden können.“

Zu einer ähnlichen Erkenntnis werden auch die Anteilseigner eines Bürgerwindrads im Landkreis Hameln-Pyrmont gelangen müssen. Die Anleger wurden geködert mit der Jahresertragsprognose der WKA in Höhe von 7 824 000 kWh. Die Realität holt jetzt den Vorstand und Aufsichtsrat, aber insbesondere die Energiegenossen, ein. Die (Original-Textpassage) lautete damals: „attraktive, langfristige Geldanlage – echt ‚enkeltauglich‘“ und entpuppte sich leider nicht als sprudelnde Geldquelle. Die WKA erzielte bislang tatsächlich 2020 88,4 Prozent, 2019 86,5 Prozent, 2018 79,3 Prozent der Prognose. Im Jahr 2021 wurden bis Beginn November nur 4 086 895 kWh erzeugt. Ein Minus von 20,3 Prozent gegenüber 2020. Laut Lagebericht des Vorstandes der Gesellschaft 2018-2020 musste man bislang zur wirtschaftlichen Entwicklung lesen: „Durch die oben erwähnten Verluste aus der Photovoltaik ist aber in der Erfolgsrechnung der Genossenschaft insgesamt kein Spielraum für Sonderzinsen mehr übrig, sodass die WKA-Darlehen 2020 nur mit dem garantierten Satz von 1 Prozent verzinst werden können.“ 2019 wurden 2 Prozent Sonderzinsen gezahlt, 2018 hingegen nur 1 Prozent. In Aussicht gestellt wurden bis zu 6 Prozent Zinsen. Hätte man sich an den tatsächlichen Winddaten der Jahre 2010-2017 orientiert, wäre man schnell dahintergekommen, dass nur mit Erträgen von rund 6,6 Millionen kWh zu rechnen ist.