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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 16.08.2021 um 13:25 Uhr

Ergebnis steht im Widerspruch zu anderen Umfragen

Zu: „Atomkraft beliebter als Windkraft“, vom 3. August


Beim Lesen des Artikels musste ich mich über die darin gemachten Aussagen stark wundern, stehen sie doch im eklatanten Widerspruch zu nennenswerten, repräsentativen Umfragen zum Thema (zum Beispiel jährlich durchgeführte repräsentative Akzeptanzumfrage von YouGov im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien oder die repräsentative Umfrage von Forsa im Auftrag der Fachagentur Windenergie an Land von 2019). Hebt Hameln sich derart vom Bundesdurchschnitt ab? Nach der YouGov-Umfrage liegt die Akzeptanz von Atomkraftwerken in direkter Umgebung solcher Anlagen bei Betroffenen mit 21 Prozent deutlich höher als bei Menschen, die nicht in Nachbarschaft zu Atomkraftwerken leben (5 Prozent). Jedoch liegt die Akzeptanz für Windenergieanlagen in der eigenen Nachbarschaft mit 47 Prozent (beziehungsweise 56 Prozent bei Betroffenen) im Vergleich zu Atomkraftwerken deutlich mehr als doppelt so hoch. Die Antwort auf die überraschende Aussage des Artikels liefert der Autor dann am Ende selbst. Die Umfrage ist nicht repräsentativ und wurde stark in der eine Bevölkerungsminderheit darstellende Gruppe von Windkraftgegnern beworben. Vor diesem Hintergrund ist es noch erstaunlicher, dass die Atomkraft in der Dewezet-Umfrage nicht noch besser abschneidet. Diese Technologie birgt ungelöste Probleme für zukünftige Generationen und wird deshalb aus gutem Grund in Deutschland im kommenden Jahr vollständig vom Netz genommen.

Es ist schade, dass der Artikel sich Methoden bedient, die handwerklich unsauber sind und eher im Boulevard zur grundlagenlosen Stimmungsmache Anwendung finden. Dem Artikel zugutehalten muss man jedoch, dass er relevante Themen bei der Akzeptanz von Windanlagen anspricht, die auch diskutiert werden müssen. Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben uns vor Augen geführt, dass wir dafür jedoch nicht mehr viel Zeit haben. Mit der Verschleppung des Ausbaus von Wind- und Photovoltaikenergie steigt das Risiko von Extremwetterereignissen weiter, auch bei uns im Landkreis Hameln-Pyrmont.