weather-image
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 28.07.2021 um 10:41 Uhr

Erde wird ausgebeutet

Zu: „Neue Flächen für die Wirtschaft“, vom 9. Juli


Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist sich die überwiegende Mehrheit, sowohl in der Politik, als auch in der Bevölkerung einig, dass immer mehr Gewerbeflächen mit entsprechenden Neuansiedlungen etwas Wünschenswertes sind. Wir brauchen angeblich Geldeinnahmen durch Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze, um auch die erforderlichen Maßnahmen gegen den Klimawandel bezahlen zu können. Dafür nehmen wir der Natur und der Landwirtschaft immer mehr Flächen durch Neubebauung und Versiegelung weg. Gleichzeitig erhöhen wir den CO2-Ausstoß durch Bau und Unterhaltung all dieser Neuansiedlungen sowie der Herstellung von immer mehr Waren. Wahrscheinlich werden wir es mit den erhofften, zusätzlichen steuerlichen Einnahmen nachher nicht einmal schaffen, den Schaden am Klima zu kompensieren, den wir mit diesen Neuansiedlungen hergestellt haben.

Für mich klingt logisch und überzeugend, dass die Schäden an der Umwelt, die durch ständiges Wirtschaftswachstum verursacht wurden, nicht mit noch mehr Wirtschaftswachstum in den Griff zu bekommen sind. Wenn uns eine dauerhaft bewohnbare Erde wichtiger wäre, als der immer weitere Ausbau unseres Wohlstandes, müssten viele politische Entscheidungen bestimmt anders aussehen. Mit dem „Weiter so“ beuten wir die Erde aus, bis keine Rohstoffe mehr da sind und die bewohnbaren Regionen immer kleiner werden. Aber das betrifft ja nicht uns, sondern nur unsere Kinder und Enkel.