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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 09.08.2021 um 09:43 Uhr

Eisenbahnbrücke ist nostalgischer Schrott

Zu: „Grünes Licht für Wiederbelebung“, vom 23. Juli


Das wird der teuerste Radweg aller Zeiten! Man darf jetzt schon spekulieren, dass die veranschlagten Kosten i. H. v. 6,3 Millionen Euro nicht eingehalten werden können. 1951 ist die Eisenbahnbrücke das letzte Mal umfassend renoviert worden. Was unter zentimeterdicken Rostschichten nach 70 Jahren der Vernachlässigung an Schäden, – zum Beispiel an tragenden Teilen – zum Vorschein kommen wird, ist jetzt noch gar nicht absehbar. Auch das süße Gift der Fördergelder sind Steuergelder, das nächste Millionendesaster wie das Hochzeitshaus ist jetzt schon abzusehen, und wofür? Nur weil einige Radwegefans aus ihren Visionen eine Religion machen und Hamelns Radwege unbedingt als „Leuchtturmprojekt“ präsentieren wollen. Dafür wird sogar ein Stück von Hamelns bescheidener grüner Lunge, dem Bürgergarten geopfert, mit zweifelhaftem Nutzen und hohen Kosten. Oder gar ein Radweg auf Hochwasserstelzen neben dem vorhandenen, breiten Radweg an der Fischbecker Straße geplant und dafür etliche Kleingärtner vertrieben. Mit Abholzung von etlichen Bäumen und Grünzeug als Nebeneffekt. Und die Unterhaltungskosten der Brücke? Man könnte eine Malerfirma dauerhaft beauftragen, wenn sie hinten fertig sind, können sie vorne wieder anfangen. Ein Schiff, das man nicht ständig pflegt, wäre nach einiger Zeit schon längst zu Rost zerbröselt. Was soll an so einem Rosthaufen historisch wertvoll sein, es stammt schließlich nicht von Gustav Eiffel. Ich habe zwar auch noch nostalgische Erinnerungen aus meiner Jugendzeit an die frühere Eisenbahnbrücke, aber sie ist nun mal nostalgischer Schrott, den die DB wohlweislich wegen der Kosten nicht angefasst hat. Man wird sehen, wieviel Hameln die Bequemlichkeiten ihrer Radfahrer wert ist, koste es was es wolle!