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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 31.05.2021 um 15:40 Uhr

Ein starkes Stück!

Über Monate haben sich Anwohner des Basbergviertels engagiert, um weiteren Verkehr aus dem Neubaugebiet Riesackweg und eine zusätzliche Bebauung in diesem sensiblen Naturraum abzuwehren. Bereits das erste Neubaugebiet Riesackweg wurde am Waldrand ohne Anschluss an eine Bestandsbebauung genehmigt. Jetzt konnte derselbe Bauträger auch noch eine Erweiterung dieses Baugebietes mit seinen hochpreisigen Einfamilienhäusern durchsetzen. Der Naturschutz wurde ausgetrickst und die Interessen der Allgemeinheit wurden den wirtschaftlichen Interessen ohne Abstriche untergeordnet.

Die Zufahrt ins Baugebiet durchschneidet den historischen alten Alleeweg, der von Spaziergängern und Radfahrern stark genutzt wird. Einmalige Aussichten ins Wesertal sind verbaut. Die angrenzenden Wohnstraßen werden mit noch mehr Verkehr belastet. Das bei diversen Ortsbesichtigungen geäußerte Verständnis der Ratspolitiker hat zu keiner Änderung der Planung geführt. Um die Bewohner des Basbergviertels zu beruhigen, soll nun die Verkehrssituation analysiert und überplant werden. Dazu wird jetzt ein externes Planungsbüro für 11 000 Euro beauftragt. Sollte eine solche Analyse nicht vor der Entscheidung stehen? Damit die bereits getroffene Entscheidung im Ergebnis bestätigt wird, macht die Stadt folgende Vorgaben: Die Verkehrsanbindung über den Vogelbeerweg darf nicht mehr in Frage gestellt werden. Der angrenzende Apenberg, dessen Bebauung in der Planung ist, wird sogar ganz ausgeschlossen! Was wäre, wenn das Planungsbüro bei einer konzeptionellen unvoreingenommenen Gesamtsicht zu einem anderen Ergebnis für die Anbindung des Baugebietes käme? Was nicht sein darf, wird auch nicht in Erwägung gezogen! Das ist schon ein starkes Stück! Umgekehrt wird doch erst ein Schuh draus. Jede neue Planung sollte von Anfang an alle Aspekte berücksichtigen! Die Stadt gibt ihre urbanen Aufgaben an private Erschließungs- und Bauträger ab. Wen wundert’s, dass dann Gewinnmaximierung im Vordergrund steht. Das geht auf Kosten des Naturschutzes, der Naherholung, und sogar zu Lasten der Bauinteressenten. Das alles wird von der Stadt mit einem Achselzucken quittiert. „Presseanfragen werden in Abstimmung mit der FA Baukmeier formuliert.“ In Zeiten, in denen nichts so wertvoll und lukrativ ist wie freies Bauland, kann ein Bauträger mit dem Rückenwind der Stadt schalten und walten wie er will. „Bürgerbeteiligung“ und „Natur- und Umweltschutz“ werden hier nur als Alibi benutzt! Dipl. Ing. Ralf Kamieth,

Hameln