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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 28.07.2020 um 21:41 Uhr

27 Länder finden einen Kompromiss

Ein gewaltiger Meilenstein

Geschafft! Scheinbar unüberbrückbare Unterschiede, harte Verhandlungen, geladene Emotionen, Streiten, Koalitionen, bilaterale Gespräche, erschöpfte Unterhändler, unendliche Sitzungen … und nach vier Tagen und Nächten erleichterte, zufriedene Staatslenker: Ein Kompromiss wurde gefunden.
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Zu: „1,8 Billionen Euro für Europas Zukunft“, vom 22. Juli

Es ist nicht perfekt, aber so funktioniert eine erwachsene Demokratie: die Fähigkeit, seine Position zu verlassen, sich anderen anzunähern und am Ende einen gemeinsamen Weg zu finden, den alle mitgehen können und wollen. Und das mit 27 Ländern!

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Manche werden kommentieren, dass zu viel ausgegeben wird, andere zu wenig. Manche werden von einer fehlenden Zukunftsvision sprechen, andere von einem unberechenbaren Risiko. Je nach Mitgliedsstaat oder politischer Überzeugung, zu viel Geld für den notleidenden Süden, zu viel Entgegenkommen für die „sparsamen Vier“ oder für manche osteuropäische Länder … aber am Ende steht der Kompromiss.

Die Zustimmung des EU-Parlaments und der nationalen Parlamente der jeweiligen Mitgliedsstaaten steht noch aus, und weitere, zum Teil sicherlich erbitterte Diskussionen, stehen noch bevor. Aber der erste schwierigste Schritt ist getan.

In einer Zeit, wo populistische Regierungen in vielen Ländern der Erde, auch zum Teil in Europa, das Sagen zu haben scheinen, bestätigt sich einmal mehr, dass nur die faire Auseinandersetzung und der Wille, gemeinsam eine integrative, solidarische Lösung zu erreichen, unsere Gesellschaften nach vorne bringen. Vor lauter Corona-Hilfe blieb teilweise verborgen, dass der ehrgeizige Haushaltsplan Europas der nächsten sieben Jahre ebenfalls beschlossen wurde. Ein gewaltiger Meilenstein. Bravo Europa!