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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.06.2021 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 07.06.2021 um 16:50 Uhr

Dreiste Aussage

Frau Merkel äußert Bedauern und Respekt. Justizministerin Lambrecht sekundiert, dass „Franziska Giffey mit dieser konsequenten Entscheidung in vorbildlicher Weise Haltung und Rückgrat zeigt“. Ja, geht es eigentlich noch? Bei Frau Giffey handelt es sich um eine Betrügerin, die aufgeflogen ist. Was ist daran vorbildlich, wenn sie in letzter Sekunde versucht, ihre Kandidatur zur Berliner Bürgermeisterin zu retten? Wenn Frau Giffey sagt: „Die Mitglieder der Bundesregierung, meine Partei und die Öffentlichkeit haben aber schon jetzt Anspruch auf Klarheit und Verbindlichkeit“, dann kommt das einer Verhöhnung der Bürger gleich. „Schon jetzt“, nachdem sie sich zwei Jahre lang bis zuletzt an ihren „gut dotierten Posten“ geklammert hat. Die Aussage ist an Dreistigkeit und Unverfrorenheit kaum zu überbieten. Der Fraktionsvorsitzende Mützenich erklärt, Frau Giffey habe „Herausragendes“ in unserem Land geleistet. Zumindest hat sie einen weiteren Beitrag zur Politikverdrossenheit bei noch halbwegs ehrlichen Bürgern geleistet. Und die ganze scheinheilige Elogie der ihr wohlgesonnenen Politakteure unterstreicht auch nur allzu deutlich, wie weit sich die Politikkaste mittlerweile vom gemeinen Volk entfernt hat. Die Gemeinschaft der Scheinheiligen und Heuchler hätte besser daran getan, Frau Giffey den Verzicht der Kandidatur zur Berliner Bürgermeisterin nahezulegen. Das wäre staatsmännisches (oder staatsfrauisches) Auftreten gewesen!