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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.04.2021 um 19:39 Uhr

Leserbrief

Dieser Investor ist ein Segen für Bad Pyrmont

Zu: „Der Neubau für den Altenauplatz“, vom 6. März
„Endlich!“ hat wohl so mancher Dewezet-Leser gedacht, als zu lesen war, dass es nun vorangeht mit dem Umbau des Altenauplatzes. Ein Lichtblick für Bad Pyrmont nach jahrelangen Querelen. Aber weit gefehlt! Nun munkelt man etwas von einer „Rentner-Revolte“ wegen eines Denkmals, der Drake-Vase. Ich fasse es nicht!

Ich erinnere mich an eine Ansichtskarte, die uns mein Opa in den 60ern von einem Kuraufenthalt aus Bad Pyrmont ins Sauerland schickte. Auf der Vorderseite war der historische Palmengarten zu sehen. „Ich erhole mich gut. Die Unterkunft ist ordentlich und sauber und meine Wirtin ist eine reizende Dame.“ Ich bin mir sicher, dass schon mein Opa damals bewundernd vor genau dieser Vase des Bildhauers Friedrich Drake gestanden hat. Bad Pyrmont, das hatte was, damals, in den 60ern. Und heute? Altmodischer Charme, verstaubte Eleganz in manchem Hotel. In den Straßen „tote Hose“, wie in vielen Städten und Gemeinden. Nun kommt jemand, der es durch harte Arbeit und Fleiß im Leben zu etwas gebracht hat, auf die Stadt zu und möchte sich in die Gestaltung des Stadtkerns einbringen: Dieter Hilpert, von dem einen oder anderen auch „Möbelmogul“ genannt. Auch wenn das wahrscheinlich herabschätzend gemeint ist, ich finde, es ist eine tolle Auszeichnung und trifft es gut! Denn so einen Titel bekommt man nicht so ohne weiteres geschenkt. Da muss man Qualität liefern. Und genau dafür ist das Bauherren-Ehepaar Hilpert ein Garant. Kann es ein besseres Zeugnis geben für einen Investor? Jede Stadt würde sogleich den roten Teppich ausrollen.

Den Hilperts liegt Bad Pyrmont ganz offensichtlich sehr am Herzen, und darum möchten sie genau hier ihren Fußabdruck hinterlassen: schöne Wohnungen bauen, die Esskultur fördern, Arbeitsplätze schaffen. Sie haben einen Traum: Bad Pyrmont wieder ein wenig Glanz und Zauber zurückzugeben. Nur so ist es zu verstehen, dass sie alle Unbill im Zusammenhang mit der Fertigstellung ihrer Pläne, alle Steine, die ihnen jahrelang in den Weg gelegt wurden, bisher in Kauf genommen haben. Und nun eine Rentner-Revolte! Wenn die Steine weggeräumt sind, dann stellen die älteren Herrschaften eben ein denkmalgeschütztes Monument in den Weg: die Drake-Vase! Liebe Bad Pyrmonter, meine Frage: Glauben Sie, dass das der Künstler Drake gewollt hätte? Dass seine Skulptur zum „Stein des Anstoßes“ wird, Fortschritt verhindert? Nein! Im Gegenteil: Er würde es ganz sicher begrüßen, wenn „sein“ Pyrmont durch diese sinnvolle Investition der Hilperts wieder ein wenig aufblühte, ganz so, wie die Blumenornamente auf seiner Vase, an der bereits der Zahn der Zeit genagt hat. Denn nicht nur der Altenauplatz soll schön gestaltet werden. Auch Drakes Geschenk an seine Heimatstadt will der Investor auf seine Kosten und für die Pyrmonter liebevoll restaurieren lassen. Ist dieser bodenständige und großzügige Investor nicht ein Segen für Bad Pyrmont? Denk(t)mal darüber nach…