weather-image
23°
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.05.2021 um 16:11 Uhr

Leserbrief

Die Seele des Bürgergartens wird geopfert

Zu: „Wie viel Bürgergarten wird dem Radweg geopfert?“, vom 16. April


Mit dem Teich-Idyll hat die Stadt die Seele unseres in einer Glücksstunde der Gartenarchitektur geschaffenen Bürgergartens zerstört, und das ausgerechnet mitten im Frühling, wo dort immer alles so paradiesisch blühte, zudem während einer Pandemie, in der die Menschen nicht verreisen, sondern sich vor Ort erholen sollen, und noch dazu für viel Geld, das die hochverschuldete Stadt gerade jetzt kaum übrig hat. Und das alles, damit die wenigen Radfahrer auf dem Weg zur Innenstadt wenige Sekunden sparen und ihnen nicht zugemutet werden soll, mal wenige Meter zu schieben. Sind Radfahrer etwa Notärzte, Feuerwehrleute oder Polizisten im Einsatz, bei denen es auf jede Sekunde ankommt? In der Innenstadt verliert man diese Sekunden schnell wieder, weil man in der Fußgängerzone ohnehin wieder schieben muss (was viele aber selbst dort nicht tun, wohlwissend, dass die Stadt zu wenig Geld für genug Kontrollen hat).

Das Argument, der Teich war biologisch tot, lasse ich nicht gelten. Die ganze Ecke war besonders hübsch und reizvoll, blühte lebhaft und hatte einen hohen Naherholungswert, der nun für den Verkehr für immer vernichtet ist. Die schönen Fachwerkhäuser in der Innenstadt sind ja auch keine lebenden Biotope, trotzdem macht die Stadt sie nicht platt (was sie aber früher auch schon mal vorhatte!). Hoffentlich werden nicht bald auch noch Museum und Stiftsherrenhaus abgerissen, damit Radfahrer noch schneller in die Fußgängerzone vordringen können. Hamelner Politikern traue ich mittlerweile alles zu. Umweltschutz darf nicht zu Lasten noch höherer Werte wie Erholung des Menschen im Grünen gehen, wenn er dort als Fußgänger unterwegs ist.