weather-image
×

Leserbrief

Die Kinder müssen zurückstecken

Wieder einmal möchte man sich in Bad Pyrmont schmücken, diesmal mit der „kinderfreundlichen Kommune“. Grundsätzlich eine gute Aktion, die es zu unterstützen gilt. Eine Aktion besteht aus meiner Sicht nicht nur aus Worten, sondern aus Taten.

veröffentlicht am 10.12.2020 um 19:18 Uhr

Autor:

Zu: „So soll Bad Pyrmont kinderfreundlicher werden“, vom 16. November


Es gibt vielfältige Ansätze in unserer Stadt, die mit Worten und allgemeinen Bekundungen, das eine oder andere Projekt zu unterstützen, begonnen haben, dann jedoch nicht umgesetzt wurden.

Als Beispiel wäre da anzuführen, dass eine kinderfreundliche Kommune Radwege bereithalten sollte. Das ist thematisiert, katalogisiert und bedingt getestet worden, die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik unterstützten es, machen Hoffnung, bis man feststellt, dass ja die finanziellen Mittel fehlen und alles verläuft im Sande. Das mit den Finanzen wusste natürlich vorab niemand. An den Radwegen ist nichts passiert.

Jüngstes Beispiel die Skateranlage: Da werden Gespräche geführt, Jugendliche eingebunden, Hoffnungen geschürt, bis man feststellt, dass das Ganze ja Geld kostet, was eben nicht zur Verfügung steht. Als ob das nicht bereits vorab klar war! Leider hat man da wohl vergessen, transparent in die Diskussion um die Planung hineinzugehen, aber erstmal waren die Kinder und Jugendlichen beruhigt.

Wie sich Verwaltung und Politik tatsächlich um die Belange von Kindern und Jugendlichen kümmern beziehungsweise an deren Bedürfnissen teilhaben, wird aber auch an anderer Stelle deutlich. Der Rat der Stadt Bad Pyrmont ist für seine Sitzungen zu Beginn des 1. Lockdown in die Sporthalle umgezogen. Das geschah unmittelbar, und niemand von Verwaltung oder Rat hat offenbar darüber nachgedacht, dass man anlässlich der Sitzungen eben den Kindern dieser Stadt die Möglichkeit nimmt, ihren Sport in der ohnehin schon einschränkenden Zeit ausüben zu können. Die Kinder aller Vereine und aller Sparten, die in der Bahnhofshalle trainieren, müssen dieses erleben. Niemand hat das zuvor mit den Vereinsverantwortlichen abgesprochen, niemand hat auch nur ansatzweise darüber nachgedacht, die Ratssitzung an einem anderen Ort durchzuführen, zum Beispiel im Lindenhof, der ja mit den beiden Sälen zumindest eine Option gewesen wäre. Es scheint sich niemand Gedanken gemacht zu haben, es passt halt, und da müssen die Kinder eben zurückstecken.

Wenn dann die Sportler und Sportlerinnen aus Bad Pyrmont bei der Sportlerehrung in Hameln auf dem Podest stehen oder einen Titel bei den überregionalen Meisterschaften sowie Platzierungen erringen, wird das in der Stadt selbstverständlich gerne mitgenommen. In einem Video der Volleyballjugend, zu sehen unter anderem auf der Facebook-Seite des MTV Bad Pyrmont, wird das Thema aufgegriffen. Schauen Sie doch einmal, was das für die Kids bedeutet. Durch diese Beispiele wird deutlich, wie viel Wertschätzung für Kinder unter dem Strich tatsächlich vorhanden ist. Die in dem Artikel beschriebenen Bedenken von Frau Glahn-Ejikeme, nicht einfach nur auf Plakettenjagd zu gehen, sowie die Ausführungen von Herrn Brechbühler teile ich vollumfänglich. Ob sich unter dem Strich unsere Kommune tatsächlich spürbar kinderfreundlicher zeigt, wird sich zeigen, so oder so.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kontakt
Redaktion
E-Mail: redaktion@dewezet.de
Telefon: 05151 - 200 420/432
Anzeigen
Anzeigen (Online): Online-Service-Center
Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
Abo-Service
Abo-Service (Online): Online-Service-Center
Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
X
Kontakt