weather-image
×
Ein Leserbrief von veröffentlicht am 11.10.2021 um 10:23 Uhr

Der Weg ist ganz und gar nicht günstig

Zu: „Sparkassengebäude wird zur Kita“, vom 16. September


„Verkehrsgünstig“ sei der neue Standort der SB-Automaten beim Edeka-Markt an der B1, freut sich SPD-Ortsbürgermeister Lönnecker und „treffe“, fügt Herr Drube, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland, hinzu, „aktuelle Kundenbedürfnisse“. „Verkehrsgünstig“ bedeutet wieder einmal nichts anderes als „auto-günstig“ – so wie wir es von der SPD im Auto-Land Niedersachsen kennen und immer noch bei den meisten Planungen und Entscheidungen im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich erleben.

Wenn sich der Ortsbürgermeister von Afferde nur ein einziges Mal zu Fuß auf den Weg von der Leipziger, Hannoverschen oder Berliner Straße zum Edeka-Markt begeben hätte, vielleicht noch mit einem Rollator oder einem Kinderwagen, wüsste er, dass dieser Weg ganz und gar nicht günstig, sondern beschwerlich und beim Überqueren der viel- und temporeich befahrenen B 1 auch lebensgefährlich ist – denn beide Fußgängerampeln werden allzu oft von Autofahrern und Autofahrerinnen „übersehen“.

Mit dem Fahrrad ist man in diesem Bereich übrigens auch nicht viel besser dran. Wer ohne Auto unterwegs ist – altersbedingt, aus finanziellen Gründen oder gar aus Einsicht unserer Umwelt zuliebe – hat eben Pech gehabt. Und gehört auch nicht zum Kreis der Kunden und Kundinnen, deren „Bedürfnisse“ das Sparkassenmanagement „treffen“ möchte. Aber auch das kennen wir ja schon seit dem Kahlschlag, den das Unternehmen mit der Schließung von Filialen und dem Abbau von Automaten quer durch den Landkreis unternommen hat. Verkehrswende, Klimaschutz, Inklusion, lebenswertes und gesundes Wohnumfeld!? Gern in Sonntagsreden und vor Wahlen, ansonsten aber weiter wie bisher.