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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 17.11.2021 um 10:09 Uhr

Denkmalschutzbrille in Bezug auf Frau Merkel ablegen

Zu: „Die Frauenfrage“, vom 3. November


Man braucht kein Historiker wie Niall Ferguson zu sein, um die Kritik an Angela Merkels 16-jähriger Regierungszeit zumindest in Teilen teilen zu können. Ja, „es ist wenig klar bei der CDU“. Daniela Vates grenzt in ihrem Kommentar das ewige „Weiterso“ nur auf die „Frauenfrage“ ein. Das Desaster in Deutschland hat jedoch weit größere Dimensionen, deren Spätfolgen uns noch unliebsam einholen werden. Und nach Ferguson ist die starke Führungspersönlichkeit Angela Merkels eine Erfindung der Medien. Wo also bleibt Ihr Beipackzettel mit allen Nebenwirkungen für unser Land, Frau Vates?

Es ist ja nicht nur die Frauenfrage, auch die Nachwuchsfrage ist innerparteilich wie die Satzungs- und Flügelfrage. Und wer hat nun wirklich das Sagen in der CDU, ein Riesenproblem. Von den Parallelwelten der Impfverweigerer, den menschengemachten Katastrophen in unserer Umwelt, den Flüchtlingsströmen nach Europa und den sozialen Fragen abgesehen, gibt es auch viele inhaltliche Fragen an das CDU-Programm. Wofür steht die CDU im 21. Jahrhundert? Zur Beantwortung dieser existenziellen Frage sollten unsere Tageszeitungen, unsere Journalisten und Kommentatoren die Denkmalschutzbrille in Bezug auf Frau Merkel beiseitelegen, kritischer, wenn nötig auch Tacheles schreiben.

Das Publikum, auch im ländlichen Raum, das zeigen die Eingaben beim Deutschen Presserat, wird zahlreicher. Unsere Demokratie braucht wieder einen starken und hier und da auch mutigeren Journalismus!