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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 03.03.2021 um 12:39 Uhr

Zu: „Die Kirche muss Buße tun“, vom 22. Februar

Den Opfern gehört unser Mitgefühl

Was Christine Dunz hier abliefert, passt in die Zeit der Aufdeckung der Missbrauchsverbrechen in der katholischen Kirche. „..., dass die Bischöfe von sich aus den wunden Punkt des Missbrauchs in ihrer Kirche schonungslos ansprechen“, ist nach diesem Kirchenrecht nicht mehr zu erwarten.

Seit Jahren lässt sich der säkulare Staat Bundesrepublik Deutschland von der Kirche an der Nase herumführen. Dieses passive Verhalten in Berlin gehört angeprangert. Es geht ums Eingemachte: Rechtsstaat ja oder nein! So viel Verständnis für die Täter sollte sich auch die deutsche Presse nicht mehr leisten.

Den Opfern gehört unser aller Mitgefühl, nicht den Bischöfen. 41 bis 49 Prozent der deutschen Gesellschaft kommen seriösen Studien zufolge ohne einen personalen Gott aus. Menschen wie Herr Woelki tun alles, damit diese Zahlen weiter wachsen. Mit dem Wort Buße in der Überschrift eines Kommentars sollte Christine Bunz sparsam umgehen.

Es gehört in den kirchlichen Raum und ist eng mit dem Beichtstuhl verbunden. Wenn sie es aber benutzt, dann sollte sie ihre Leser aufklären, dass die Beichte im weltlichen Raum eine echte gesetzliche Strafe verhindert. Verharmlosung und Langmut müssen endlich aufhören. Die Opfer erwarten das von uns.

Nebenbei bemerkt, die Beichte inklusive Buße sind ein strukturelles Problem der katholischen Kirche, mit nicht ganz ungefährlichen tiefenpsychologischen Wirkungen auf nicht wenige Katholiken im säkularen Alltag. Wen würde es wundern, wenn selbst Bischöfe und Kardinäle in ihrer vergeistigten Parallelwelt lebend, die reale Welt und ihre Verantwortung darin nicht mehr erkennen?!