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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 12.07.2021 um 10:10 Uhr

Das Wort „Kurort“ kommt nicht mehr vor

Zu: „Neue Visionen für Bad Pyrmont“, vom 28. Juni


Dem seit Herbst 2017 bestehenden Wirtschaftsbeirat, von dem man bis jetzt – drei Monate vor der Kommunalwahl – nichts gehört hat, schien die Aussage „Kompetenz bei der Erweiterung vom Kurort zum Gesundheitsstandort“ zu ungenau. Nach fünf Jahren kam nun die Erleuchtung. Laut Pyrmonter Nachrichten soll der Satz jetzt „Bad Pyrmont ist das führende Gesundheitsressort Deutschlands mit mediterranem Flair“ lauten. Vielleicht sollte das ergänzt werden durch „Feuerwehrflair“. Die Damen und Herren des Wirtschaftsbeirates haben für den Papierkorb gearbeitet. Dem Wirtschaftsbeirat ist nämlich entgangen, dass der Bürgermeister und die „Gruppe 17“ (SPD, WIR, Grüne, Die Linke) sich mit ihrer Mehrheit im Stadtrat inzwischen von der Kurstadtentwicklung verabschiedet haben. In der Stadtentwicklung und Bauleitplanung kommt das Wort Kurort überhaupt nicht mehr vor. Weder in den mehrfachen amtlichen Bekanntmachungen über die öffentliche Auslegung der Bebauungsplan-Entwürfe „Am Gondelteich“, noch in der jetzt öffentlich ausliegenden Begründung des Planes wird die Bedeutung der staatlichen Anerkennung als Kurort für Bad Pyrmont erwähnt. Auf die Zukunftsentwicklung des Kurortes im Bereich des Grünzuges vom Bomberg über Bergkurpark, Kurpark, Schlossanlage, Anzio-Allee, Parkplatz, Gondelteich bis in die Emmeraue wird nicht eingegangen. Dabei besteht hier noch die einzigartige Möglichkeit zur Gestaltung und Verschönerung. Ist das eine Stadtplanung für einen renommierten Kurort? Auch in der amtlichen Bekanntmachung des Untersuchungsgebietes „Innenstadt – Städtebauförderungsprogramm Lebendige Innenstadt“ sind der Kurort und seine Belange kein Thema. Der Blick der Mehrheitsgruppe im Rat ist wie mit Scheuklappen fest auf ein Feuerwehrhaus ausschließlich am Gondelteich gerichtet, das sicher mehr als 15 Millionen Euro kosten und die Stadt in den Ruin treiben wird. Es wird als ausschließliches städtebauliches Ziel der Entwicklung mitten im Kurzentrum angegeben. Sind das die Ideen und Visionen für die Zukunft Bad (?) Pyrmonts? Und das alles nur, weil man das Feuerwehrhaus nicht wenige Hundert Meter weiter rechts oder links bauen will. In Abwandlung der Nachtgedanken von Heinrich Heine fällt einem nur ein: „Denk ich an Pyrmont in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“