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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 14.05.2021 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 14.05.2021 um 14:40 Uhr

Damit zeigt sich, wie Pflege wertgeschätzt wird

Zu: „Sana entlässt Mitarbeiter“, vom 3. Maii

Sana entlässt Mitarbeiter, um die Kosten durch Auslagerung von Serviceleistungen im Krankenhaus Hameln zu senken. Diese Tätigkeiten werden dann zunehmend an die dreijährig examinierten Krankenpflegenden delegiert. Diese haben ohne die dazukommenden Tätigkeiten ohnehin nicht ausreichend Zeit, die Patienten so zu versorgen, wie es ihren Werten und den ethischen Standards entspricht.

Dass die Rahmenbedingungen in der Pflege schon schlecht sind, ist daran zu erkennen, dass Pflegende immer häufiger vorzeitig den Beruf verlassen oder diesen gar nicht erst ergreifen. Erschwerend ist der Umstand, dass es bereits jetzt einen Mangel an professionell Pflegenden gibt. Dem gegenüber steht eine, durch den demografischen Wandel, zunehmende Anzahl von pflegebedürftigen, chronisch erkrankten und multimorbiden Menschen. Dabei wurden Servicekräfte doch gerade in Krankenhäuser integriert, weil der Kostendruck es erforderlich machte, dass Prozesse überprüft und optimiert werden. Vereinfacht gefragt: Wer kann was mit welcher Mindestqualifikation im Ablauf der Arbeitsprozesse erledigen, damit die Leistungen ökonomisch effizient sowie patientenorientiert erfolgen? Diese Maßnahmen sollten zur Entlastung der Pflegekräfte führen, damit sie mehr Zeit haben für die Pflege.

Pflege bedeutet das Erhalten und Fördern der größtmöglichen Selbstständigkeit von Menschen und gerade im Krankenhaus auch die Beobachtung und daraus resultierende Sicherheit für die Patienten. Stattdessen werden die Pflegenden in Hameln zukünftig die Patienten zu den Untersuchungen fahren und in dieser Zeit keine unterstützenden, beratenden und fördernden Pflegetätigkeiten durchführen können.

Wenn Wundmanager sich um die Wäsche kümmern müssen und Stomatherapeuten für die Müllentsorgung zuständig sind, kann ihre pflegerische Expertise nicht den Patienten zugutekommen. Zumindest führt die Aufgabenerweiterung durch die Übernahme von Servicetätigkeiten zu einer weiteren Verringerung der Attraktivität des Pflegeberufes (im Hamelner Krankenhaus). Pflegende könnten den Arbeitsplatz verlassen, was wiederum zu einer Minderung der Pflegequalität und zur Erhöhung der Mortalitätsrate von Patienten im Krankenhaus führt.

Damit zeigt sich wieder einmal, wie Pflege wertgeschätzt wird, gerade von Konzernen, die auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind. Danke, Sana. Das übertrifft ja sogar das Klatschen von den Balkonen.